Τρίτη, 9 Ιανουαρίου 2018

Um Konzil von Kreta und Mazedonische Orthodoxie. Bulgarisch-Konstantinopler Kirchengipfel am Goldenen Horn










Von Heinz Gstrein

Zu einem Gipfeltreffen zwischen dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I., und seinem Amtssbruder aus Sofia, Patriarch Neofit, gestaltete sich vom 6. bis 8. Januar die Neueinweihung der bulgarischen Stefanskirche in Istanbul nach fast zehnjähriger Restaurierung. Die beiden orthodoxen Kirchenführer besprachen dabei die bisher ablehnende Haltung der Bulgarischen Orthodoxen Kirche zum Konzil von Kreta, das Bartholomaios im Juni 2016 einberufen hatte, aber auch zum Ökumenismus. Neofit wurden dabei nachträglich die für ihn auf Kreta vorbereiteten Ehrengaben überreicht. Ihre Annahme lässt auf eine Annäherung zwischen dem Phanar und Sofia in der Konzilsfrage hoffen.

Zweiter Gesprächsschwerpunkt waren die jüngsten Bemühungen der bulgarischen Orthodoxen um die schon 1967 entstandene, doch bis heute gesamtorthodox nicht anerkannte Mazedonische Orthodoxe Kirche im Staat von Skopje. Die Bulgaren wollen dieser endlich zur kanonischen Anerkennung verhelfen. Dem widersetzt sich jedoch weiter heftig das seit 1920 in Mazedonien zuständig gewordene Patriarchat von Belgrad. Bartholomaios soll nun den bulgarischen Vorstoss grundsätzlich gebilligt, doch Neofit um Rücksichtnahme auf die Serben gebeten haben. Das Ökumenische Patriarchat verdankt es weitgehend diesen, dass das kretische Konzil überhaupt gelingen konnte.


Die „eiserne“ Stefanskirche am Goldenen Horn war in ihrer 110jährigen Geschichte  bisher mehr ein Stolperstein für das innerorthodoxe Verhältnis von Griechen und Bulgaren. Sie wurde nach Errichtung einer eigenen bulgarischen Kirchenverwaltung (Exarchat) außerhalb des Ökumenischen Patriarchats im späten 19. Jahrhundert provokativ unmittelbar vor dessen Toren aus Eisenteilen österreichischer Herkunft zusammengebaut. Das mit Rücksicht auf die bis heute geltende osmanische Bauordnung, die „Montagen“ auch ohne Baugenehmigung gestattet. Eine solche war den Istanbuler Bulgaren dank Einflussnahme des Phanars bei den türkischen Behörden verwehrt worden.


Zwischen dem Patriarchat von Konstantinopel und der eigenständig gewordenen bulgarischen Orthodoxie wurde die kanonische Ordnug zum ersten Mal 1945 wiederhergestellt. Als sich jedoch bald darauf das nun anerkannte Exarchat eigenmächtig weiter zum Patriarchat erhöhte, wurde die Kirchengemeinschaft mit Sofia noch einmal bis 1961 unterbrochen. Seitdem herrschte zwischen dem Phanar und Sofia interkirchlich  wieder Frieden, nicht jedoch auf dem unter der griechischen und bulgarischen Minderheit heißen Istanbuler Boden. Auch die Hilfestellung von Bartholomaios I. bei Überwindung des Schismas zwischen ehemaligen „Kollaborateuren“ und postkomunistischen „Alternativen“ innerhalb der Bulgarischen Orthodoxen Kirche in den 1990er Jahren konnte die gespannte Lage vor Ort nicht verbessern.


Noch 2002 musste der Patriarchalvikar von Bartholomaios für die Region am Goldenen Horn, Metropolit Iakovos Sophroniadis, ins türkische Gefängnis, nachdem ihn der bulgarische Pfarrer von St. Stefan wegen „Amtsanmaßung“ angezeigt hatte. Seitdem haben sich jedoch die Beziehungen zwischen den Übrigbleibseln des Bulgarischen Exarchats in Istanbul und dem Ökumenischen Patriarchat spürbar entspannt. Was weitgehend mit dem Aufbau eines guten persönlichen Verhältnisses von Bartholomaios zum bulgarischen Kirchgemeindepräsidenten Dimitri Afanassow und dessen Salzburger Gattin Dorothea zusammenhängt. Worauf der Ökumenische Patriarch bei seiner Begrüßung von Neofit als Ehrengast im Phanar – was bis zuletzt gar nicht gesichert war – eigens hingewiesen hat.

Δεν υπάρχουν σχόλια:

Δημοσίευση σχολίου