Δευτέρα, 8 Ιανουαρίου 2018

Iranischer Frühling auf Raten. Protestbewegung nur vorläufig abgeblockt





  

Von Heinz Gstrein

In Teheran fand am Sonntag das Aufbegehren gegen das Regime der Ayatollahs rund um den Jahreswechsel seine parlamentarische Aufarbeitung. Quer durch das Land hatte sich Enttäuschung darüber manifestiert, dass Irans Nachgeben in der Atomrüstungsfrage und die darauf aussetzenden internationalen Wirtschaftssanktionen noch immer zu keiner Besserung der Mangelwirtschaft geführt haben. In Teheran und anderen städtischen Ballungsräumen gipfelte die Unrast aber bald in Studentenproteste gegen die Herrschaft der engstirnigen Schiitenklerisei: 40 Jahre nach Beginn der damals auch von fortschrittlichen Kräften unterstützten Islamischen Revolution gegen den Schah zeigt sich die iranische Jugend heute immer weniger bereit, sich von mittelalterlichen Verhaltensvorschriften das Leben versauern zu lassen. 

Irans Cheftheologe Ahmad Khatami verurteilte daher in seiner Freitagspredigt die Demonstranten als „Feinde des Islams“. Für sie dürfe es kein Erbarmen geben. Am schärfsten reagierten jedoch Teherans eigentliche militaristische Machthaber von der schiitischen „Waffen-SS“ Bassidsch. Diese „Revolutionswächter“ stehen hinter der iranischen Machtausweitung im Irak, Syrien, Libanon, vom Golf bis zum Jemen. Russland und die Türkei unterstützten das voll, wie sich am Wochenende im UN-Sicherheitsrat gezeigt hat. Die iranischen Haudegen wollen sich ihren Höhenflug nicht durch einen „Dolchstoss“ aus dem Inneren abblocken lassen. Zusammen mit den Ayatollahs boten sie das allzeit willige Lumpenproletariat der „Kolah Mahmali“ (Samtmützen) zu Gegenprotesten auf und weisen den Schwarzen Peter für die Unruhen Präsident Hassan Rouhani und seiner „Laxheit“ zu. Die Einberufung des Parlaments durch dessen Reformer wurde daher zu Flucht nach vorn in die Selbstverteidigung.
Der Iran-Experte Adnan Tabatabai geht jetzt von einem baldigen Ende der Unruhen aus. Der gesamte Staat als Begriff und Organisation hängt weiter von der islamischen Ordnung ab. Ohne Schia herrscht Unvermögen, irgendetwas von unten her zu organisieren. 
Vorerst sieht es tatsächlich nach Stärkung der Klerikalen und Revolutionswächter aus, doch dürfte die unterdrückte Unzufriedenheit - gerade in der studierenden Jugend - volatil bleiben und bei der nächsten Gelegenheit noch stärker hervorbrechen. Ein „Iranischer Frühling“ bricht an – sei es auch nur auf Raten.




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