Πέμπτη, 11 Ιανουαρίου 2018

Der Metropolit und die Bischöfin. Orthodoxie Finnland: Reformanlauf abgeblockt







Von Heinz Gstrein

In der Orthodoxen Kirche von Finnland scheint ein mehrjähriger Reformanlauf durch administrative Maßnahmen – vorläufig – abgeblockt: Das Haupt der „Erneuerer“, Metropolit Ambrosius Jääskeläinen von Helsinki, wurde in den Ruhestand versetzt und sein Kirchensprengel – Zentrum der Reformbestrebugen bis hin zur Frauenordination – mit der konservativ geprägten Erzdiözese Karelien zusammengelegt. Ihr Erzbischof Leo Makkonen residiert ab 2018 nicht mehr im karelischen Kuopio (russisch: Prokopij), sondern in der Hauptstadt Helsinki.

Das orthodoxe Christentum fand in Karelien schon im Mittelalter in seiner ostslawischen Form Eingang. Nach der Verbindung Finnlands mit Russland als eigenständiges Großfürstentum 1809 traten – wie im Baltikum – auch finnische Lutheraner zur Russischen Orthodoxen Kirche über: in erster Linie Staatsbeamte und Offiziere. Nach Finnlands Unabhängigkeit 1917 lösten sich seine Orthodoxen von Moskau. Seit 1921 bilden sie eine „autonome“ Kirche im Verband des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel. 

Ab den 1970er Jahren mehrten sich Konversionen aus Finnlands lutheranischer Intelligenz zur orthodoxen Kirche. Dank ihrer höheren Bildung erlangte diese Gruppe bald ein Übergewicht den traditionellen „russischen“ (karelischen) Gläubigen und den Nachkommen der zarischen Staatsdienerschaft gegenüber. Aus ihren Reihen kamen zwei der vier orthodoxen Bischöfe in Finnland: Ambrosius von Helsinki und Panteleimon Sarho des nördlichen Oulu. Ihr Eintreten für Reformen in Liturgie und Kirchenpraxis führte zu wachsenden Spannungen mit den von der russischen Orthodoxie geprägten Traditionalisten. Der Konflikt erreichte seinen Höhepunkt, als der bisherige Metropolit von Helsinki eine lutherische Bischöfin an einer Priesterweihe teilnehmen und sie dabei in den Fürbitten in einer Reihe mit orthodoxen Kirchenführern „kommemorieren“ ließ. 
Die erste Bischöfin in Finnland, Irja Askola, hatte so nicht nur für Spannungen in der evangelisch-lutherischen Kirche gesorgt, sondern im März 2015 auch Unruhe bei den orthodoxen Christen ausgelöst. Anlass dafür ihre Teilnahme an einer sonntäglichen Priesterweihe in der alten russischen Uspenski-Kathedrale von Helsinki auf Einladung von dessen Metropolit Ambrosius Jääskeläinen. Die Anwesenheit von Irja Askola auf einem Ehrenplatz weckte den Unmut vieler Kirchgänger und führte zu einer harschen Verurteilung durch den Oberhirten der finnländischen Orthodoxie, Erzbischof Leo Makkonen von Karelien. Die ganze Angelegenheit erhielt umso größeres Gewicht, als das Thema Frauenordination schon länger bei Finnlands Orthodoxen gegensätzlich diskutiert wird: Während sich Erzbischof Leo aus traditionell russisch-orthodoxer Schule völlig ablehnend verhält, befürwortet der vom Luthertum konvertierte Metropolit Ambrosius die Frauenordination auch für die Orthodoxie.
Die Sache ging bis in den Phanar nach Istanbul, wo Patriarch Bartholomaios I. von Ambrosius eine Distanzierung von seinem Verhalten forderte. Nachdem dieser das verweigert hatte und auch einer Vorladung nach Konstantinopel nicht Folge leistete, wurden nun sein Metropolitansprengel aufgelöst und er selbst zum Amtsverzicht genötigt. Bis zuletzt hatte Metropolit Ambrosius die Absicht bekundet, sein Amt auf Lebenszeit auszuüben.- Kirchliche Beobachter in Finnland schließen nun eine Spaltung in dessen orthodoxer Kirche nicht aus. Sie zählt rund 60 000 Gläubige.


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