Παρασκευή, 8 Δεκεμβρίου 2017

Jerusalem-Irrkopf Trump. US-Entscheidung nützt langfristig nur Iran.






Von Heinz Gstrein

Jerusalem ist schon seit Kreuzrittertagen ein nahöstlicher Brennpunkt ersten Ranges. Zuletzt war es vor fast genau 40 Jahren Ägyptens Präsident Anwar as-Sadat, der mit seiner mutigen Jerusalem-Reise den Friedensprozess zwischen Arabern und Israelis eingeleitet hat. Ein bis heute unvollendetes Werk, dem aber nun Donald Trump mit Parteinahme für Israels Jerusalem-Position voll den Garaus zu machen droht. Darin stimmen alle Nahostbeobachter zwischen Kairo, Istanbul, Teheran und Riad überein. Erfahrene Diplomaten hätten sich aus Washington neue Anstrengungen zur Lösung der dornigen Jerusalemfrage, nicht aber Trumps einseitigen Holzhacker-Kahlschlag erwartet.  

Mit ihrer Anerkennung von Jerusalem als Israels unteilbarer, „ewiger“ Hauptstadt geben die USA jede unparteiische Vermittlerrolle im Orient auf und werden zu vollen Verbündeten der radikal zionistischen Sache. Wie sie selbst maßvolle, vernünftige Israelis nicht unterstützen. Sogar Verbündete der Amerikaner wie Ägypten und Saudi-Arabien werden sich fortan schwer tun, das Zusammenspiel mit State Department und Pentagon ihrer Muslimbevölkerung akzeptabel zu machen. Obwohl Jerusalem religiös als heilige Stadt des Islams hinter Mekka und Medina rangiert, haben es bald 70 Jahre Palästinakonflikt emotionell an die erste Stelle gerückt. Der politislamische Sunniten-Untergrund muss nun geradezu zwangsläufig frischen Auftrieb erhalten, kaum dass mit dem Islamischen Staat (IS) sein bisher gefährlichster Auswuchs niedergekämpft ist. 
Trumps logisch kaum nachvollziehbarer Schachzug kommt in erster Linie nur seinem erklärten Globalfeind Iran zugut. Teheran hält seit der Islamischen Revolution von 1979 durch alle Wandlungen eisern an einem fest: Der Befreiung Jerusalems von den Israelis! Sogar die schiiitischen TV-Sender in Libanon geben ihre Programme nach „Jerusalemer Zeit“ an. Trump gibt durch sein Gleichziehen mit der israelischen Maximalhaltung in Sachen Jerusalem einem Übergewicht des Schiiten-Iran in der gesamten islamischen Welt den Ausschlag. 
Mitgewinnler von Trumps bei aller wohlgemeinten Sympathie für Israel verfehltem Schachzug sind sodann die Russen. Denn die dreiheilige Stadt Jerusalem geht außer Juden und Muslimen auch die Christen etwas an. Um die Warnung des Papstes werden sich die USA kaum scheren. Hingegen fällt sehr wohl ein Vladimir Putin ins Gewicht, der sich global als Protektor der orthodoxen Kirche aufspielt. Gerade diese ist in Jerusalem stark vertreten.




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