Δευτέρα, 4 Δεκεμβρίου 2017

Frontwechsel des Ex-Präsidenten. Saudische Überläuferstrategie im Jemen erfolgreich




 
 
Von Heinz Gstrein

In den ebenso katastrophalen wie festgefahrenen Machtkampf zwischen Saudis und Iranern um den Jemen kommt mit dem Frontwechsel von Ex-Präsident Ali Abdallah Saleh Bewegung. Der einstige Offizier im Sold von Abdel Nasser, der mit den Ägyptern in den 1960er Jahren gegen den „zaiditischen“ Schiiten-Imam des Jemen gekämpft hatte, nach fast vier Jahrzehnten Langzeitpräsidentschaft im „Arabischen Frühling“ gestürzt wurde, schlug sich in dessen Nachfolgekämpfen auf die Seite seiner alten schiitischen Gegner, die nun unter der Führung von Abdel Malek al-Huthi standen. Das brachte ihnen entscheidendes Übergewicht im gebirgigen Norden des Landes. Schon bald vier Jahre hat Jemens neue, international anerkannte politische Führung nur mehr im Süden ihren Machtbereich. Dort war nach der britischen Kolonialherrschaft in Aden und Hadramaut von 1967 bis 1990 als Ostblockableger die „Demokratische Volksrepublik Jemen“ etabliert.
Jetzt bringt aber die Kehrtwendung von Ali Saleh der Bürgerkriegspartei seines Nachfolgepräsidenten Abed Rabbo Hadi sofortigen Bodengewinn. Sogar in der Hauptstadt Sanaa toben Kämpfe zwischen seinen Anhängern und den Stammeskriegern der Huthis. Die saudische Überläuferstrategie erweist sich damit im Jemen auf Anhieb erfolgreicher als in Libanon, wo die vermeintliche Trumpfkarte von Kronprinz Muhammad Bin Salman, der nur vorübergehend in Riad zum Rücktritt genötigte Regierungschef Saad al-Hariri, eine Fehldisposition blieb.

Jemens Schiiten-Führer Huthi scheint nun erst recht auf die ihm von Iran gelieferten „Geheimwaffen“ zu setzen: Nach den bisherigen Raketenangriffen auf die heiligste Muslimstadt Mekka, Erdölanlagen am Golf und den Flughafen der Saudi-Hauptstadt Riad will er am Sonntag den – noch unvollendeten - Atommeiler Al-Barakah (Der Segen) im Emirat Abu Dhabi aufs Korn genommen haben. Dieses ist das größte und mächtigste der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Bei ihnen handelt es sich um Saudi-Arabiens wichtigste Verbündete in der Anti-Huthi-Koalition. Sie verfügen über eine hervorragende Luftwaffe. Sie hat sich schon bei internationalen Einsätzen gegen den Islamischen Staat (IS) in Syrien ausgezeichnet.  Im Jemen sind die Kampfbomber der Emirate – zum Teil von Pilotinnen gesteuert – jedoch weitgehend mit für die rücksichtslosen Luftangriffe auf Spitäler und Zivilisten verantwortlich. Der versuchte Raketenschlag gegen das VAE-Atomzentrum war sichtlich als Bestrafung dafür gedacht. Doch dürften die Raketen der iranischen Ayatollahs bei ihren entfernten Glaubensgeschwistern im Jemen die Entschlossenheit der Saudis und anderen sunnitischen Ölscheichs nur verstärken, der Bedrohung aus ihrem Rücken vollends den Garaus zu machen. Die verheerenden Raketen- und Bombenladungen auf Sanna vom Sonntag Abend dürfen ein erster Vorgeschmack darauf gewesen sein.

 

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