Σάββατο, 2 Δεκεμβρίου 2017

Bulgarische Lösung im makedonischen Kirchenstreit? Erzbistum Ochrid vor Herauslösung aus Serbiens „kanonischem Territorium“.





Von Heinz Gstrein

Der Heilige Synod der Bulgarischen Orthodoxen Kirche, hat sich am 27. November für die Aufnahme des unkanonischen Erzbistums von Ochrid in der Republik Makedonien in ihre Obhut ausgesprochen. Mit dieser Entscheidung des Exekutivorgans von Bulgariens orthodoxer Bischofskonferenz unter dem Vorsitz von Patriarch Neofit zeichnet sich mehr als 50 Jahre nach einseitiger Erklärung der kirchlichen Unabhängigkeit (Autokephalie) Skopjes von Belgrad im April 1967 eine Lösung im makedonischen Kirchenstreit ab. Zuvor hatte sich der bulgarische Patriarch in dieser Fage die Unterstützung von Staatspräsident Rumen Radev gesichert. Wie ein Synodalspreeher mitteilte, sei es erklärtes Ziel, in Abstimmung mit der gesamten orthodoxen Kirchenfamilie das Erzbistum Ochrid als deren autopkephales, kanonisches Glied zu etablieren. 

Vorläufig kommt Sofia nur dem Ersuchen des interorthodox nicht anerkannten Erzbischofs Stefan Veljanovski von Skopje nach, es als Mutterkirche der makedonischen Orthodoxen in Anspruch nehmen zu dürfen. Dieser Vorgang wird im orthodoxen Kirchenrecht als „Zuflucht unter das Omophorion“ (Stola) eines anderen Patriarchats oder autokephalen Kirchentums bei Problemen mit der eigenen Mutterkirche gestattet. So haben während der kommunistischen Kirchenverfolgung in Ost- und Südosteuropa etliche Exilorthodoxe, denen die heimatlichen Kirchenleitungen als Kollaborateure erschienen, zu diesem Weg Zuflucht genommen. In Deutschland stehen bis heute Gemeinden des Westeuropäischen Exarchats russischer Tradition sowie mehrere rumänische Pfarreien unter dem „Omophorion“ des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel, in der Schweiz die „Freien Rumänen“, in Wien eine ukrainische orthodoxe Gemeinde. Dieser Ausweg hat besonders den Vorteil, dass dazu keine Zustimmung der ursprünglichen Herkunftskirche erforderlich ist.
Genau das kommt jetzt der Makedonischen Orthodoxen Kirche entgegen, der das serbische Patriarchat von Belgrad, dem sie 1920 unterstellt wurde, jedes Entgegenkommen hartnäckig verweigert. Nur 2003 hatten sich beide Seiten über eine kirchliche „Autonomie“ für Makedonien verständigt. Dieses Abkommen wurde dann aber von einer Mehrheit der Bischöfe in Skopje abgelehnt, während die Minderheit eine zusätzliche Fraktion auf die Beine stellte, die „Autonomisten“. Statt Einigung war also Verdreifachung des Konfliktes die Folge. Alle seitdem vor allem von russischer Seite unternommenen Vermttlungsversuche sind an der starren Haltung von Belgrad gescheitert. Dieses pocht auf dem ganzen ehemaligen Jugoslawien als seinem „kanonischem Territorium“. Auf diesem dürfe es keine andere Jurisdiktion als jene der serbischen Patriarchatskirche geben. 
Zu dieser haben die makedonischen Orthodoxen zwischen dem 9. und 19. Jahrhundert aber niemals gehört, wenn man die kurze Zeit der Serbenherrschaft bis Griechenland hinunter um 1350 ausnimmt. Bulgsren und Makedonier waren immer eine sprachliche, kulturelle und kirchliche Einheit, sei es in den zwei mittelalterlichen bulgarischen Patriarchaten, dem ihnen folgenden Erzbistum Ochrid oder innerhalb des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel. Als 1870 auf weltliche Weisung des Sultans aus diesem eine „Bulgsrische Exarchie“ herausgeschält wurde, hatte sie ihren Schwerpunkt in Makedonien. Nur in Skopje bestand ein serbisches Erzbistum.
Als Konstntinopel nach dem Ersten Weltkrieg infolge der politischen Umwälzungen die meisten seiner südosteuropäischen Bistümer in andere Hände legte, kamen die makedonischen nur deshalb zur serbischen anstelle der bulgarischen Kirche, weil diese damals selbst als unkanonisch galt. Seit 1961 ist diese Spaltung aber schon beendet, so dass eine Beilegung des makedonischen Kirchenstreites mit Hilfestellung der Bulgaren jetzt durchwegs auch aus Sicht des Ökumenischen Patriarchats gangbar erscheint. Mit Widerspruch und Widerstsnd muss aber weiter aus Belgrad und auch aus Athen gerechnet werden. Die Orthodoxe Kirche von Griechenland bekämpft aus nationalistischen Gründen alles, was makedonisch und meist auch, was bulgarisch ist. Von orthodoxer Einheit ist da wenig zu spären...


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