Τρίτη, 28 Νοεμβρίου 2017

Thessaloniki am Wiener Ring. Präsentation seiner neuen gesamteuropäischen Bedeutung



 
Von Heinz Gstrein

Mit einer Großveranstaltung im Hilton-Plaza an der Wiener Ringstraße warb am 23. November Thessaloniki in Zusammenarbeit mit „Aussenwirtschaft Austria“ der Bundeswirtschaftskammer um den ihm gebührenden Platz im österreichischen Fremdenverkehr, Außenhandel und Investitionsgeschäft. Bürgermeister Yiannis Boutaris fand den Anlass wichtig genug, um dazu persönlich nach Wien zu kommen. In seiner Eröffnungsrede wies er auf die traditionelle besondere Verbundenheit von Österreich mit dieser „Perle der Ägäis“ hin. Frau Botschafter Chryssoula Aliferi hieß Boutaris an der Donau willkommen, wünschte ihm und seiner Stadt vollen Erfolg dieser Initiative.
Thessalonikis Vizebürgermeister für Fremdenverkehr, Entwicklung und internationale Beziehungen, Spiros Pengas, ging in deutscher Sprache auf die große Vergangenheit der Stadt ein: Von der altgriechischen Antike über die byzantinische Ära mit der Slawenmission eines Kyrill und Method bis zur einzigartig völkerverbindenden Rolle als „Jerusalem des Balkans“, Wiege der südosteuropäischen Sozialdemokratie, Zentrum der jungtürkischen Revolution von 1908 und Geburtsort des Europäisierers der Türkei Kemal Atatürk. Nach traumatischen Ereignissen im 20. Jahrhundert, dem verheerenden Brand von 1917 und vor allem dem NS-Holocaust im Zweiten Weltkrieg, aber auch Thessalonikis Beeinträchtigung im Schatten des Zerfalls von Jugoslawien zwischen 1991 und 1999 erhebt es sich heute kulturell, wirtschaftlich und touristisch zu neuer gesamteuropäischer Bedeutung.
Die Direktorin der Griechischen Zentrale für Fremdenverkehr in Wien, Eleni Melita, konnte darauf hinweisen, dass sich Thessaloniki, Makedonien und besonders die Chalkidiki wieder wachsender Beliebtheit bei österreichischen Feriengästen erfreuen. Das wurde durch Ioanna Mitaftsi von der Fremdenverkehrs- und Präsentationsabteilung der Stadtverwaltung Thessalonikis im  einzelnen bestätigt. Brigitte Goettlicher, Sales Manager der Aegean Airlines in Östereich stellte ihre Luftlinie als „Haupteinflugschneise“ zur jährlichen Internationalen Messe von Thessaloniki sowie für Geschäfts- und Urlaubsreisen nach Makedonien und ganz Nordgriechenland vor.

Im besonderen wurden in Wien Thessalonikis einzigartige frühchristliche und byzantinische Denkmäler präsentiert, die heute unter dem Schutz der UNESCO stehen: Von der Basilika des Hagios Dimitrios bis zur Apostelkirche aus der Paläologischen Renaissance bieten sie wie sonst nirgendwo auf der Welt Einblick in Kunst und Spiritualität des orthodoxen Ostchristentums. Nicht einmal in Konstantinopel ist das der Fall, da dort die meisten byzantinischen Zeugnisse nur in islamisierter Verfremdung als Moscheen erhalten sind.
Für Spezialisten zu den Ersten-Weltkriegs-Jahren, als 1916-18 an der „Saloniki-Front“ auch österreichisch-ungarische Truppen standen, war die Vorstellung von Thessalonikis zahlreichen Zivil- und Miltiärfriedhöfen von Interesse. Dass sich darunter auch einer der einstigen „Bulgarischen Exarchie“ befindet, ist für Kirchenhistoriker hilfreich.
Sportfreunde aus aller Welt will Thessalonikis „Olympisches Museum“ anziehen. Eine bisher global einzigartige Stätte der Dokumentation aller olympischen Spiele und Disziplinen aus dem Altertum und seit ihrer Erneuerung 1896 durch das moderne Griechenland. Wenn es diesem noch nicht vergönnt ist, sein Anliegen als erneut ständige Austragungsstätte der Wettkämpfe erfolgreich durchzusetzen, so ist mit dem Olympia-Museum in Thessaloniki immerhin schon ein Ort gemeinsamer Referenz gesichert!

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