Δευτέρα, 27 Νοεμβρίου 2017

Syrische IS-Metastasen




 
 

 
USA: Kurden haben ihre Schuldigkeit getan – Saudi-Arabien gründet Anti-Terror-Block

Von Heinz Gstrein

In Syrien ist der Islamische Staat in die Wüste zerstreut. Doch wuchern die Metastasen dieses vor Ort ausgebrannten Krebsgeschwürs andernorts umso schlimmer: So am ägyptischen Sinai, wo IS-Terrormilizen nun auf einen Streich über 300 Menschen ermordet haben. Nicht etwa Christen, Jesiden oder Schiiten, sondern sunnitische Glaubensgeschwister. Ihr einziges Verbrechen bestand darin, Anhänger der gewaltlosen Mystik von Sayyid Badauwi aus Tanta im Nildelta zu sein. Einer übervölkerten Gegend, von wo starke Abwanderung Richtung Sinai im Gang ist. Als diese „Sufi“-Derwische auch dort in einer Moschee Ende November den „Muled“, den Geburtstag ihres Gründers mit Hymnen und Tänzen feierten, schlug der IS grausam zu. Indirekt galt der Schlag natürlich dem ägyptischen Regime des Ex-Generals Abdel Fattah as-Sisi. Er bekämpft alle Formen von radikalem Politislam.
Flankierend zur Schwerpunktverlagerung des IS-Terrors von Nahost nach Nordafrika bekommt es Ägypten im Moment noch mit einer weiteren Folge der neuesten Entwicklungen in und um Syrien zu tun: Die Kairoer Staatsschützer hoben am Wochenende zu Dutzenden türkische Agenten aus, denen sie zur Last legen, auf eine neuerliche Einsetzung des Muslim-Brüder-Präsidenten Muhammad Mursi hingearbeitet zu haben. Diesem hatte 2012/2013 Recep Tayyip Erdogan zur Macht am Nil verholfen, worauf er jedoch von Sisi gestürzt und lebenslänglich eingesperrt wurde. 

Der türkische Staatschef zeigt wieder gesamtorientalische Ambitionen, seit ihn Russen und Iraner dank gemeinsamer Kurdenfeindschaft und zunehmender US-Hilflosigkeit in der Region frisch aufgewertet haben. Zwar ist Ankaras Traum vom eigenen Vormarsch zur IS-Vertreibung aus Raqqa nicht aufgegangen. Dafür waren den Amerikanern die Kurden – gut genug. Als Dank dafür hat ihnen jetzt Donald Trump im Einvernehmen mit Erdogan die Waffenhilfe wieder gestrichen und sie damit den Türken ausgeliefert. Diese rüsten nach der Besetzung des nordwestsyrischen Idlib nun zum Einfall in die kurdisch dominierten Gebiete von Afrin quer durchs syrische Mesopotamien bis an den Tigris. Darüber haben sich Putin und Irans Rohani letzte Woche in Sotschi mit Erdogan verständigt.

Vom Neuanlauf der  Syrienverhandlungen am Dienstag in Genf bleiben die Kurden jedenfalls ausgeschlossen. Dort werden mit den Vertretern des Assad-Regimes nur jene 50 aus anfänglich 140 arabischen Oppositionspolitikern zusammentreffen, die sich am Freitag in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad als „Verhandlungskomitee“ konstituiert haben.

Saudi-Arabiens Außenminister Adel al-Dschubeir gab ihnen nach Genf den Wunsch mit auf den Weg, nach bald siebenjährigem Bürgerkrieg „dem syrischen Volk eine gerechte Lösung zu erwirken.“ Tatsächlich handelt es sich bei dieser nach wie vor uneinigen, vor Ort ziemlich machtlosen Gruppierung um das letzte Instrument, mit dem die saudische Diplomatie noch Einfluss in Syrien zu nehmen versucht. Sonst erscheint Riad seit seinem gescheiterten Versuch, mit der Hariri-Affäre über Libanon in den Rücken des wachsenden iranischen Schwergewichts im Syrien-Konflikt zu gelangen, so ziemlich ausgetrickst: Politische Beobachter in der libanesischen Hauptstadt sind davon überzeugt, dass sich seit Beginn des saudischen Druckes auf Saad al-Hariri Anfang so gut wie alles verändert hat. Es ist es dem mächtigen Saudi-Kronprinzen Mohammed Bin Salman nicht gelungen, das infolge des syrischen Bürgerkriegs aus dem Einfluss von Damaskus in den Sog der Schiitenvormacht Iran geratene Libanon unter die Vormundschaft des extrem sunnitischen Riad zu bringen.

Dafür hat in Beirut Hariri bei seiner Rückkehr kaum jemand Dank bekundet. Die politische Laufbahn des schmaler geratenen Sohnes vom 2005 ermordeten „großen“ Rafik al-Hariri dürfte vorerst zu Ende sein. Tatsache bleibt, dass sein Lavieren Libanon aus dem einseitigen politischen Gefälle Richtung Schiitenayatollahs von Nasrallah bis Khamenei herausgerissen hat und fortan zu freiem Schaukelspiel zwischen Riad und Teheran befähigt.
Am Sonntag hat jedenfalls Saudi-Kronprinz Muhammad Bin Salman das IS-Blutbad in Ähypten zum Anlass genommen, um eine neue, mit 40 Mitgliedstaaten breit angelegte Anti-Terror-Front zu eröffnen. Vom mit der bisherigen Saudi-Ideologie ziemlich unterschiedslosen Islamischen Staat war dabei aber dann kaum die Rede. Umso mehr wurde die „schiitisch-iranische Gefahr“ besdworen, Teherans oberster geistlicher Führer Aytollah Khamenei von dem Prinzen als „neuer Hitler“ beschimpft.

 

 

Δεν υπάρχουν σχόλια:

Δημοσίευση σχολίου