Σάββατο, 4 Νοεμβρίου 2017

Südlich von Belgrad Die Balkanisierung Mitteleuropas










Von Heinz Gstrein

Wer seinen militärischen Grunddienst richtig als notfalls gerade heute wieder nötiger Verteidiger von Heim und Heimat und nicht bei der sicher verdienstlichen, aber uns vor keinem Terror oder sonstigen Angreifern schützenden Pflege geleistet, hat noch den Spruch mancher Rekrutenausbilder im Gedächtnis: "Südlich von Belgrad kein Wasser mehr trinken, nur Sliwowitza und Raki!". Wagte dann einer anzuzweifeln, dass das österreichische Bundesheer jemals südlich der Save stehen könnte, so wurde er mit "Bau", d.h. Stubenarrest bestraft.


Heute jedoch sind österreichische Soldaten und Offiziere sowohl im Kosovo wie in Bosnien-Herzegowina im Einsatz. Auch die Grenzsteine im Osten und Südosten sind wieder zurückgerückt, zwar noch nicht bis vor dem Ersten, doch in die Jahre des Zweiten Weltkriegs: Von Tschechien und der eigenständigen Slowakei bis zu den jugoslawischen Nachfolgestaaten. Vor allem stellt aber der Balkan aufs Neue ein Pulverfass Europas dar. Und das nicht nur vor Ort, in Bosnien, Kosovo, Mazedonien und jetzt langsam auch im Vielvölkerrest der Vojvodina: Balkan wird es heute vor allem bei uns selbst. Damit stellt sich ganz Mitteleuropa ein bisher, seit der Völkerwanderung nie mehr gekanntes Problem.

Sowohl das alte Österreich wie auch das nordöstliche Deutschland hatten es immer verstanden, Menschen anderer Sprachen, Kulturen und Religionen zum beiderseitigen Wohl einzugliedern; ob das die Völker der Donaumonarchie oder in Berlin seine Polen und nach der Oktoberrevolution viele Russen waren. Gerade heute braucht es eine solche Blutauffrischung angesichts der eigenen katastrophalen Geburtenfeindlichkeit nötiger denn je. Doch scheint unsere Gesellschaft nicht mehr die Kraft zu besitzen, Menschen vom Balkan und aus der Türkei mit Erfolg auf- und anzunehmen, geschweige denn Afghanen, Afrikaner und Araber. Anstelle von Integration kommt es zur Fragmentation. Wir werden selbst balkanisiert, statt die Neuankömmlinge zu europäisieren! Die Heftigkeit, mit der zur Zeit die Migrantenfrage diskutiert wird, ist nur eines der Symptome für diesen "Balkan in uns".




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