Δευτέρα, 13 Νοεμβρίου 2017

Statt A-Bombe – Atomisierung. Irans schiitische Kernspaltung der islamischen Welt






Von Heinz Gstrein

Das iranisch-saudische Eskalationskarussel der letzten Tage dreht sich inzwischen schon mehr um Libanon als den bereits über zweieinhalb Jahre tobenden Schlagabtausch im Jemen. Als nächste Runde ist für Montag aus Beirut das Eintreffen von Maronitenpatriarch Bischara Butros al-Rai in Riad angesagt. Er soll sichtlich neben König Salman und dem immer mächtigeren Kronprinzen Mohammed auch den dort verlustig gegangenen bisherigen libanesischen Regierungschef Saad al-Hariri aufsuchen und womöglich zurückbringen. Das fordern inzwischen Libanons Präsident Michel Aoun und Hariris eigene Zukunfts-Partei (Mustaqbal). Denn es wächst der Verdacht, dass der libanesisch-saudische Doppelstaatsbürger Hariri gegen seinen Willen in Saudi-Arabien festgehalten wird. Der Patriarch soll ihn nun offenbar befreien.                  


Maroniten sind die mit Abstand stärkste Konfession unter Libanons etwa 40% Christen, traditionell rechtslastig, mit dem päpstlichen Rom und Frankreich verbunden. Ihr jeweiliger Patriarch spielt auch politisch seit der ersten Libanonkrise von 1958 und dann besonders in den Bürgerkriegsjahren 1975-1990 eine Schlüsselrolle. Heute allerdings wird die traditionelle Autorität des Kirchenführers durch den steig wachsenden Einfluss eines schiitischen Geistlichen eingebremst, des Chefs der „Partei Allahs“ (Hizbollah) und ihrer Miliz, von Hassan Nasrallah. Bisher versuchten sowohl Präsident Aoun – selbst Maronit – wie der sunnitische Ministerpräsident Hariri zwischen beiden dahinzurudern. Hariri hat sich aber nun voll auf die Seite der Saudis geschlagen. Kein Wunder, angesichts eines schiitischen Iran, der heute vor Libanons Toren steht.
Der ganze Wirbel der letzten Jahre um eine Atomrüstung der Islamischen Republik erscheint rückblickend als gerissenes Ablenkungsmanöver Teherans von seiner eigentlichen Vormarschroute: Im Namen eines gemeinsamen Kampfes gegen die IS-Terrormiliz konnten die iranischen Ayatollahs dem Westen Sand in die Augen streuen, fast den gesamten Irak mit Ausnahme Kurdistans unter ihre Kontrolle bringen und im syrischen Bürgerkrieg das schon totgesagte Assad-Regime wieder auf die Beine stellen. Gehört der Präsidenten-Clan doch zu den Alauwiten, einer entfernteren Richtung des Schiitentums ebenso wie die jemenitischen Huthis. Denn statt mit der besonders von Israel so gefürchteten Atombombe betreibt Iran die Atomisierung der islamischen Welt durch schitisch-sunnitische Kernspaltung. Anstelle weiterer Urananreicherung jagen die iranischen Revolutionswächter vom Pasdaran, Staat im islamischen Staat und eine Art schiitische Waffen-SS, ihr Raketenprogramm zügig voran. Darüber lasse sich nicht reden, ließ sogar der vorgeblich gemäßigte Präsident Hassan Rohani wissen. Was sein außenpolitischer Chefberater Kamal Kharazi dahingehend verstärkt: „Mit den USA kann man nicht verhandeln!“ Doch inzwischen fliegen die ersten dieser Raketen gegen Saudi-Arabien –abgefeuert aus Jemen.
Das musste natürlich die Saudis als Sunniten-Vormacht auf den Plan rufen. Präsident Donald Trump und Kronprinz Mohamed Bin Salman dürften schon bei ihrem sommerlichen Schwerttanz in Riad genau gewusst haben, was sie dagegen im Schild führen: Die iranische Expansion am Libanon stoppen!

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