Τετάρτη, 15 Νοεμβρίου 2017

KEK tagt auf Zypern in Sachen verfolgte Orient-Christen und von besetztem Nord-Zypern








Bartholomaios I.: Das Los in Syrien entführter Bischöfe jetzt endlich klären!

Von Heinz Gstrein

Starke Beachtung von griechisch-orthodoxer und christlich-orientalischer Seite findet die am 11. November auf Zypern eröffnete Tagung der „Konferenz Europäischer Kirchen“ (KEK) zum Thema „Kultstätten und religiöse Denkmäler in Europa und dem Nahen Osten: Status und Schutz nach dem nationalen und Völkerrecht“. 

Wie der Oberhirte der Orthodoxen Kirche von Zypern, Erzbischof Chrysostomos Dimitriou, in einer Grußbotschaft festhält, kommt diese Veranstaltung besonders dringlich in einer Zeit, da “Christen zu Tausenden ihre uralten Herkunftsländer verlassen mussten“.
Auch der Ökumenische Patriarch der Orthodoxie, Bartholomaios I., würdigte die KEK-Tagung am 10.11. bei einer Predigt in der Kirche des Hagios Minas im Istanbuler Altstadtviertel Ypsomatheia (Kumkapi). In diesem stehen noch besonders schöne und große griechische und armenische Kirchen, doch ist die Gegend inzwischen fast völlig „christenrein“, wie das die türkische Obrigkeit seit Jahrzehnten mit Diskriminierung und Schikanen anstrebt.

Inständiges Gebet für die Verfolgten
Der Patriarch von Konstantinopel rief zu inständigem Gebet für all jene auf, „die zum Verlassen ihrer Heimat gezwungen werden, noch inniger aber für die, welche sich nicht mehr in Sicherheit bringen können und an Ort und Stelle hingeopfert werden.“ In dieses Gebet sollen auch die beiden schon 2013 entführten Metropoliten von Aleppo, der griechisch-orthodoxe Paul Yazigi und sein syrisch-orthododoxer Amtsbruder Gregorios Ibrahim eingeschlossen werden. 
Von beiden fehlen seitdem jedes Lebenszeichen und jede Spur. Nun sei es aber nach dem Zusammenbruch des „Islamischen Staates“ (IS, Daesch) in Syien und dem Irak an der Zeit, wenigstens das Schicksal der zwei Kirchenmänner zu klären. Ähnlich war das erste jetzt bei dem ebenfalls vor vier Jahren von der IS-Terrormiliz in Raqqa am Euphrat verschleppten italienischen Jesuiten Paolo Dall’Oglio der Fall. Laut Aussage eines nach Marokko entkommenen IS-Kommandanten wurde der römische Pater schon bei seiner Entführung am 29. Juli 2013 ermordet.
Schauplatz türkisch besetztes Zypern

Auf Zypern selbst appellierte Erzbischof Chrosostomos als Gastgeber des KEK-Treffens an alle kirchlich und politisch Verantwortlichen, sich energisch für die Rettung des akut vom Untergang bedrohten christlichen Orients einzusetzen. Die Tagung sei ein Beweis dafür, dass die Konferenz Europäischer Kirchen den Ernst von Lage und Stunde erkannt hat.
Das relatitiv friedliche, oft sogar konstruktive Zusammenleben von Christen, Juden und Muslimen unter Herrschaft der letzteren vom 7. bis ins 20. Jh. habe entscheidend auf einer positiven christlichen Präsenz beruht. Auswirkungen ihrer Schwächung bis hin zu völliger Auslöschung zeigten sich bereits an der Verschärfung jüdisch-islamischer Gegensätze in Palästina und einem Ausufern des susnnitisch-schiitischen Machtkampfes innerhalb der Muslim-Gemeinschaft.

Erzbischof Chryostomos wies schließlch darauf hin, dass derartige Zustände nicht nur in Nahost, sondern auch auf europäischem Boden im seit 1974 durch Trppen der Türkei besetzten Nordzypern herrschen. Bis dahin war die Republik Zypern mit ihren 80% orthodoxen Christen, 18% Muslimen und insgesamt 2% Armeniern sowie maronitischen und römischen Katholiken ein Muster für interreligiösen – wenn auch nicht immer politischen – Pluralismus.
Nun wird aber schon 43 lange Jahre in der türkischen Besatzungszone die Religionsfreiheit der Nicht-Muslime missachtet. Auf eine Phase wilder Plünderung von Kirchen, Klöstern und sogar Friedhöfen folgt inzwischen die systematische Auslöschung jeder Spur davon, dass Nordzypern seit den Tagen der frühen Kirche genuin christlich war. Heute sind dort über 500 Kirchen dem Verfall preisgegeben oder werden für andere Zwecke missbraucht.

Kirche wurde zum Ziegenstall
Parallel zu diesen Vorwürfen wies sogar die zyperntürkische Tageszeitung „Kibris“ (Zypern) in einer die KEK-Tagung flankierenden Reportage unter dem Titel „Ein Abscheu für jeden gläubigen Menschen“ darauf hin, dass in Melounta #östlich vom nordzyprischen Hafen Kyreneia (türk. Girne) die Kirche der Hagia Paraskevi zum Ziegenstall gemacht wurde. Der zypernrtürkische Regionalverantwortliche für religiöse Stätten in Ammochostos (Famagusta), Timucin Gümecli, versprach inzwischen in einer von den zypenrgriechischen Cyprus Times veröffentlichten Zusage, für rasche Abstellung des unwürdigen Zustandes zu sorgen.

Auch sonst schwere Rückschläge
Als schwerer Rückschlag für die von Erzbischof Chrosystomos in den letzten Jahren zusammen mit dem nordzyprischen Mufti Talip Atalay versuchte „religiöse Wiederannäherung“ zwischen dem frei gebliebenen und dem türkisch besetzten Zypern sind in diesem Jahr das neuerliche Verbot von Ostergottesdiensten in der dafür 2014 geöffneten Kirche Hagios Georgios Exorinos (Famagusta) und das Anfang September untersagte Kirchweihfest von Hagios Mamas (Morphou/Güzelyurt). Es wurde seit 2004 alljährlich wieder gefeiert.

Inzwischen hat aber die zyperntürkische Verwaltung am 5. November eine Konzelebration zyprischer Bischöfe mit einem Metropoliten aus Griechenland im nordöstlichen Andreas-Kloster gestattet. In Famagusta durfte in einem anderen Hagios Georgios (Nepolitis) am 3. November dessen Patrozinium begangen werden. Beide Genehmigungen werden von Beobachtern vor Ort mit der KEK-Initative auf Zypern in Verbindung gebracht und als deren erste Vorauserfolge gewertet.

Was wird sich in Morphou tun?
Jetzt warten die letzten Christen von Nordzypern mit Spannung darauf, ob die Zusage für einen Gottesdienst wieder in Morphou am 19. November mit seinem nach Ano Zodia südlich der Zonengrenze dislozierten Bischof Neophytos Masuras wirklich eingehalten wird.





Δεν υπάρχουν σχόλια:

Δημοσίευση σχολίου