Δευτέρα, 20 Νοεμβρίου 2017

Hariri: Endstation Beirut? Libanon vor Schaukelpolitik zwischen Iran und Riad





Von Heinz Gstrein

Nach seiner Befreiung aus den Händen der Saudis durch Frankreichs auch in dieser Sache flink beweglichen Staatschef Emanuel Macron hat Libanons trotz allem Noch-Regierungschef Saad al-Hariri am Wochenende in Paris gedankt und Frankreichs Rückhalt getankt. Nun will er Mitte der Woche nach Beirut heimkehren. Dann scheint nach seiner Rücktrittschleife über Riad an die Seine wieder alles von vorn zu beginnen. Denn der libanesische Präsident Michel Aoun will einer Ablösung Hararis erst vor Ort zustimmen. 

Politische Beobachter in der libanesischen Hauptstadt sind aber davon überzeugt, dass sich seit Beginn des saudischen Druckes Anfang November so gut wie alles verändert hat. Zwar ist es dem mächtigen Saudi-Kronprinzen Mohammed Bin Salman im ersten Anlauf nicht gelungen, das infolge des syrischen Bürgerkriegs aus dem Einfluss von Damaskus in den Sog der Schiitenvormacht Iran geratene Libanon unter die Vormundschaft des extrem sunnitischen Riad zu bringen. Und zwar mit Hilfe des von ihm vor allem wirtschaftlich abhängigen Großunternehmers Hariri, der sich im Endeffekt doch als der Schlauere und Zähere erwiesen hat. Statt in die ihm bei seinem Besuch in Saud-Arabien abverlangte Entwaffnung und damit Entmachtung von Teherans fünfter Hisbollah-Kolnne in Libanon einzuwilligen, warf er das Demissionshandtuch, stellte sich glaubwürdig als Geisel der Saudis hin und spielte auf Mitleid, bis ihm Macron zu Hilfe kam.
Dafür wird Beirut Hariri bei seiner Rückkehr kaum Dank wissen. Die politische Laufbahn des schmaler geratenen Sohnes vom 2005 ermordeten „großen“ Rafik al-Hariri dürfte vorerst zu End sein. Tatsache bleibt, dass sein Lavieren Libanon aus dem einseitigen politischen Gefälle Richtung Schiitenayatollahs von Nasrallah bis Khamenei herausgerissen hat und fortan zu freiem Schaukelspiel zwischen Riad und Teheran befähigt.
Präsident Aoun, der selbst während seiner ersten politischen Karriere in den 1980er Jahren syrisch-iranischem Druck bis zur bitteren Neige der Flucht nach Frankreich ausgeliefert war, zeigt sich fest entschlossen, die neue Handlungsfreiheit nun voll zu nutzen. Er wird sich ebenso wenig ganz mit Teheran überwerfen wie Libanon den Saudis ans Messer liefern, von denen das einzige wirklich demokratische und pluralistische arabische Land auch nichts Gutes zu erwarten hat. In seinem Schwiegersohn und Außenminister Gebran Bassil hat Aoun dabei seine wichtigste Stütze: Der boykottierte gleich am Sonntag eine von Saudi-Arabien verlangte anti-iranische Sondersitzung der Arabischen Liga in Kairo. 

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