Πέμπτη, 2 Νοεμβρίου 2017

Ein Herz und ein Olympia





Wieder einmal ist das Olympische Feuer von Griechenland unterwegs, um seine reine Flamme in eine von Terror und Hass heimgesuchte Welt leuchten zu lassen. Diesmal nach Südkorea, wo nördlich die aktuellste atomare Bedrohung der Menschheit lauert. Ein Anlass, uns an den frohen Jubel von 1997 bei Vergabe der Olympischen Sommerspiele nach Athen zu erinnern.


Die Vergabe der Olympischen Sommerspiele an Athen löst in ganz Griechenland Jubel und stolze Genugtuung aus: in Städten und Dörfern, bei Berg- und Inselbewohnern, in allen Lagern der sonst politisch so leidenschaftlich zerstrittenen Griechen und Griechinnen. Jetzt sind sie, zumindest was Olympia angeht, ein Herz und eine Seele. Sogar die sonst für nichts zu begeisternde Kommunisten-Obfrau Aleka Papariga schwärmt von diesem »Fest des werktätigen Volkes«. Auch eingefleischte Republikaner wissen dem 1974 hinausgestimmten Ex-König Konstantin II. Dank dafür, dass er sich ebenso energisch wie erfolgreich für die griechische Kandidatur stark gemacht hat.

Bei den modernen Olympischen Spielen spielten die sozialen Aspekte von Anfang an eine wichtige Rolle. So schon 1896 das erste Mal in Athen für einen stärkeren Zusammenhalt der Gesellschaft des modernen Griechenlands sowie zwischen dieser und dem aus Schleswig stammenden Königshaus. König Georg I. (1863-1913) und seinen Prinzen kam die Neugründung der Spiele gelegen, da sie nach innen und außen nationale Einigkeit und soziale Eintracht demonstrieren wollten. So wurde der Marathonsieg des Griechen Spyros Louis, einem einfachen »Mann aus dem Volk«, durch die ganze königliche Familie publikumswirksam mit dem Athleten gefeiert. Das gilt seitdem als erster Beweis für die Integrationskraft der neuen Spiele in unserer Zeit.

Athen, 9. Mai 1997

Aus: Heinz Gstrein, Gedanken eines Journalisten – Konflikte unserer Zeit, Bregenz 2011 (edition sckell), 109.






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