Παρασκευή, 27 Οκτωβρίου 2017

Istanbuls schlafende Universität: Chalki. Wann darf dort wieder orthodoxe Theologie studiert werden?










Von Heinz Gstrein


In den Studentenzimmern der Hochschule von Chalki bei Istanbul sind die Betten frisch überzogen. Hörsäle erwarten mit auf Hochglanz lackierten Pulten die ersten Hörer seit 46 Jahren. Damals wurde 1971 die Theologische Lehranstalt der orthodoxen Kirche von Konstantinopel auf einer Insel im Marmarameer durch Weisung aus Ankara geschlossen. Es hätte sich bei ihr um eine Kaderschmiede des antitürkischen Nationalismus der Griechen gehandelt. Jetzt wächst aber wieder der internationale Druck auf das türkische Regime Erdogan, sich mit Wiedereröffnung von Chalki wenigstens damit wieder in ein besseres Licht zu setzen.


Doch noch immer hält der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. in seiner Residenz Phanar am Goldenen Horn vergeblich nach dem Briefträger aus Ankara Ausschau. Ebenfalls in Geduld müssen sich die Kutscher und Maultiertreiber der autolosen Insel Chalki üben. Auf Heybeliada, der „Sattelinsel“, wie Chalki auf Türkisch heißt, haben sie schon zusätzliche Reittiere gesattelt, Fiaker und Landauer angeschafft, um Professoren und Studenten hinauf in Hügelkloster zur Hl. Dreifaltigkeit transportieren zu können. Dort war die Hochschule mitten in herrlichem Föhrenwald von 1840 bis 1971 untergebracht.

Wer einmal – wie der Verfasser in den 1960er Jahren - dort studiert hat, kann den harzigen Duft der Bäume und den weiten Blick über die Prinzeninseln nie vergessen, die wie Perlen ins tiefblaue Meer gestreut sind. Unter den deutschen Theologen, die in Chalki wie viele andere aus der gesamten Welt ihre Ausbildung erhielten, war der unvergessene Hamburger Hafenarzt und zugleich orthodoxe Pfarrer Dr. Ambrosius Backhaus. Er hatte in den späten fünfziger Jahren in Istanbul studiert und ist 2005 im Alter von 82 Jahren verstorben. Bekanntester lebender Student aus Chalki in Deutschland ist Abt Basilius Grolimund von der Skite des hl. Spiridon bei Diez an der hessisch-rheinländischen Grenze. Auch schon ein älterer Herr, denn ab 1964 hatten die türkischen Behörden das Theologie-Studium von Ausländern verboten, als Vorstufe zur völligen Schließung der Fakultät sieben Jahre später.

Schon mit dem Studienjahr 2011/12 sollte alles wieder seinen Anfang nehmen, doch betreibt Ankara weiter Hinhaltetaktik. Der damals neu ernannte Rektor von Chalki, der Neutestamentler Prof. Elpidoforos Lambriniadis, zugleich Metropolit des kleinasiatischen  Proussa (Bursa) bleibt aber zuversichtlich: „Meine Vorbereitung in Regensburg und Bonn für diese Aufgabe war gewiss nicht umsonst. Schauen Sie hinüber auf die Insel Prinkipos mit unserem großen Waisenhaus. Das hatte Ankara schon 1964 beschlagnahmt, die Kinder vertrieben. Jetzt haben wir es zurückbekommen. Auch Chalki wird zu neuem Leben erwachen!“. Und er fügt hinzu: „Schließlich heiße ich Elpidoforos, auf Deutsch Hoffnungsträger!“.

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