Δευτέρα, 9 Οκτωβρίου 2017

Die Türken sind wieder da Antikurdische Zangenbewegung in Nordwest-Syrien






Von Heinz Gstrein

Nach ihrem langen Verschwinden vom Schauplatz Syrien rücken türkische Truppen und ihre Söldner neu westlich von Aleppo vor. Wie sie das vor einem Jahr mit der Operation „Euphrat Schild“ weiter östlich getan und damit das Kurdengebiet Afrin von seinem Haupthinterland Rovaja im syrischen Mesopotamien abgeschnitten hatten. Jetzt gerät Afrin mit dem Türkenvorstoß nach Idlib völlig in die Zange.


Das hatte Ankara schon längst bezweckt, doch erst jetzt dafür den nötigen Rückhalt bei den anderen Interventionsmächten im syrischen Bürgerkrieg gefunden. Auslösend dafür wurde das Unabhängigkeitsreferendum im irakischen Kuridstan. Dieses bot allen Nachbarn den Vorwand, wieder einmal die „Kurdengefahr“ zu beschwören. Präsident Recep Tayyip Erdogan bekam so letzte Woche in Teheran freie Hand für eine neue Militäroperation in Syrien. Diese wird nach türkischen Angaben sogar von Russland und den USA unterstützt.

Bereits am Samstag sprach Erdogan bei Afyon in der Westtürkei bei einem Lokalparteitasg seine AKP von einer bereits angelaufenen „bahnbrechenden Antiterror-Operation“. Um Idlib  sind seit dem Fall von Aleppo an die zwei Millionen syrische Rebellen zusammen gedrängt. Bei ihnen hatten lang die protürkischen Ahrar al-Scham (Freien Syrer) die Oberhand. Inzwischen konnte jedoch die Al-Kaida zugehörige Syrische Befreiungs-Organisation (HTS) die Führung an sich reißen. Für Ankara Grund genug, sie zum offiziellen Gegner der jetzigen Invasion zu erklären. Vorgegangen wurde dabei nach dem alten Hitler-Rezept beim Überfall auf Polen: „Jetzt wird aber zurückgeschossen¨. Obwohl nach türkischer Darstellung die verbündete „Freie Syrische Armee“ (FSA) die Grenze schon freitags überschritten hatte, sei dann am Sonntag Erdogans regulärer Armeevorstoß durch einen HTS-Angriff auf Stellungen der Türken provoziert worden! Endziel der Operation sind jedoch gar nicht die Jihadisten, sondern Syriens Kurden, denen Assad zuletzt Autonomie angeboten hat. Eine solche will die Türkei an ihrer Südgrenze um jeden Preis vermeiden.

Erdogan braucht gerade jetzt Erfolge. Immer mehr Kommunalpolitiker seiner Regierungspartei AKP verlassen wie die Ratten das rundum sinkende Schiff des zum Diktator verkommenen Reformpremiers und Hoffnungsträgers von einst: Angefangen mit dem populären Bürgermeister Kadir Topbas von Istanbul, der zur Septembermitte das Handtuch warf, bis zu seinem jetzt schwankenden Amtskollegen in der Hauptstadt Ankara, Melih Gökcek. Vier Provinzgouverneure sind allein an diesem Wochenende zurückgetreten, vier mal so viel waren es im letzten Monat...
Da reicht es nicht mehr aus, auf angebliche „ausländische Politfeinde“ abzulenken. Wie auf den seit 5. Juli mit anderen Aktivisten der Amnesty International in der Türkei inhaftierten deutschen Menschenrechtler Peter Steudtner: Für ihn hat die türkische Staatsanwaltschaft am Wochenende 15 Jahre Gefängnis wegen Terrorkontakten gefordert. Erdogan scheint aber sein erneutes Zündeln in Syrien zu benötigen, um sein immer lauter murrendes Volk bei der Stange zu halten. Wie er am Sonntag noch einmal von der AKP-Tagung in Afyon verkündete, werde die Türkei keine „Terror-Kantone“ an ihrer Flanke zulassen. Und er machte vollends klar, dass er mit „Terorristen“ weniger die Islamisten von Idlib, als die Kurden in Afrin im Visier habe.




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