Παρασκευή, 29 Σεπτεμβρίου 2017

Staat Kurdistan im Alleingang. Doch Uneinigkeit der Gegner sichert sein Überleben






 

Von Heinz Gstrein

Im irakischen Kurdistan lag Mitte der Woche auch ohne offizielle Endergebnisse auf der Hand, dass mehr als 90% für die Eigenstaatlichkeit gestimmt haben. Was zu bedeuten hat, dass auch die nationalen und religiösen Minoritäten der Turkomanen, Jesiden und aramäischen Christen auf dem Weg in die Unabhängigkeit mitmarschieren. Immerhin hat das autonome Kurdengebiet im Vierteljahrhundert  seines Bestehens in Sachen Demokratie, Minderheitenrechten und Religionsfreihit ein Beispiel gegeben, mit dem sich in der ganzen Region nur Libanon und Israel messen können. Die nicht einmal zehn Prozent Nein-Stimmen kamen aus dem kurdischen Lager von der Oppositionspartei Gorran (Wandel). Diese bemüht sich, das bisherige Monopol der beiden Regierungsparteien „Demokraten“ und „Patrioten“ aufzubrechen, die praktisch keine Ideologie, sondern die traditionellen Führungsclans Barzani und Talabani vertreten. Die Ablehnung des Bruchs mit dem Irak durch diese „Reformer“ ist daher nicht grundsätzlich, sondern nur parteipolitische Taktik.

Kurdenpräsident Massoud Barzani kann sich daher nach dem Referendum auf eine praktisch totale Zustimmung von Innen stützen. Rundherum sieht es aber im Gegenteil nun echt bedrohlich aus. Alle Nachbarn verurteilen die kurdische Unabhängigkeit. Der Irak boykottiert bereits Kurdistans Flugplätze, Iran hat den Luftraum gesperrt und die Türkei kündigt an, einem künftigen kurdischen Freistaat weder Rohöl abzukaufen noch Lebensmittel zu liefern. Erdogan will sogar seine Truppen „über Nacht“ nach Kurdistan schicken. Das werden aber weder Bagdad noch Teheran zulassen. Diese Uneinigkeit gewährleistet Barzani, dass er seinen Verselbständigungskurs militärisch unangefochten weiterverfolgen kann.

Auf seiner Seite steht ausdrücklich nur Israel. Die Unabhängigkeitsjubler in Erbil haben das bereits beim Schwingen von Fahnen mit dem Davidsstern honoriert. Die israelischen Sympathien hängen natürlich damit zusammen, dass die Kurden wie vor 1948 die Juden ein Volk ohne Staat bilden. Aber auch strategisch sah Tel Aviv in ihnen von Anfang natürliche Verbündete gegen den Panarabismus, später den islamrevolutionären Iran und zuletzt die israelfeindlich gewordene Erdogan-Türkei.

 

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