Σάββατο, 2 Σεπτεμβρίου 2017

Noch weniger Religionsfreiheit in Türkisch-Zypern. Erzbischof Chrysostomos II. protestiert gegen Hagios-Mamas-Verbot








von Heinz Gstrein

Nikosia. Nicht einmal die religiöse Wiederbegegnung von griechischen Orthodoxen und türkischen Muslimen geht im zweigeteilten Zypern weiter. In seinem von der Türkei besetzten Norden betreibt Ankaras Satellitenregime neuerdings eine forcierte Islamisierungspolitik. Hoffnungen, dass darüber wenigstens der von den Religionsgemeinschaften eingeleitete Prozess einer Wiederannäherung und Begegnung nicht zum Erliegen kommt. haben sich nun aber auch zerschlagen: Der traditionelle Kirchtag zu Ehren des Hagios Mamas im heutigen Türkisch-Zypern Anfang September, der seit 2004 wieder ununterbrochen gestattet war, wurde in letzter Minute verboten. Mit der Begründung, dass es wegen des dieses Jahr gleichzeitigen muslimischen Opferfestes Kurban Bairam nicht möglich wäre, die Sicherheit der christlichen Feier zu gewährleisten. Zu dieser durften sich aufgrund einer Vereinbarung zwischen der Orthodoxen Kirche von Zypern und dessen islamischer Religionsgemeinschaft die seit fast einem halben Jahrhundert als Heimatvertriebene im freien Süden von Zypern überlebenden Christen von Morphou jeden 1. bis 3. September wieder in ihrer Heimatstadt einfinden.


Nach zuverlässigen Informationen wurde der brüske Bruch dieses Abkommens – es gestattet im Gegenzug Muslimen aus der türkischen Zone den Besuch des Derwischklosters Hala Sultan Tekke im Süden – direkt aus Ankara angeordnet und steht in Zusammenhang mit der Reislamisierung durch Präsident Erdogan. Diese geht weit über sein Land hinaus und hat neben den Türken in Mitteleuropa auch Zypern im Visier. Nach dem islamischen Religionsrechts Scharia dürfen Christen – und Juden – zu Muslimfesten nicht öffentlich in Erscheinung treten.

Die Vereitelung der Pilgerfahrt ins heimische Morphou enttäuscht dessen ehemalige christliche Einwohner bitter. Für die meisten war das bei ihrem inzwischen hohen Alter so ziemlich eine letzte Chance, noch einmal die Kirche wiederzusehen, in der sie getauft wurden und geheiratet hatten...Die Absage der Mamas-Feiern hat inzwischen eine Reihe von Protesten ausgelöst. Erzbischof Chrysostomos II. Dimitriou von Zypern, der die Morphou-Regelung persönlich mit Muslim-Mufti Talip Atalay initiiert hatte, verurteilte deren diesjährige Annullierung durch die türkischen Militär- und Zivilbehörden im Nordteil der Insel scharf. Der Bischof von Morphou, Metropolit Neophitos Massuras, muss das Fest des Hagios Mamas wie zwischen 1974 und 2003 zum ersten Mal wieder in dessen anderer Kirche zu Xyliatos südlich der „Zonengrenze“ abhalten.

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