Τετάρτη, 6 Σεπτεμβρίου 2017

IS-Stalingrad am Euphrat Nach Deir ez-Zor droht Syriens Aufteilung





 
 

Von Heinz Gstrein

Am Euphrat scheint der Endkampf um Raqqa, „Hauptstadt“  politislamischen Terrormiliz IS (Daesch), so gut wie entschieden: Diese nur mehr ein Zehntel der Altstadt und ihr „Regierungsviertel“ Al-Taknah. Schon jetzt hat aber ein Wettlauf der anderen in Syrien agierenden Kriegsparteien um die restliche Konkursmasse des rigorosen sunnitischen Gottesstaates begonnen: Amerikaner und Russen setzen ihre Verbündeten auf die letzten IS-Bastionen an, um sich in einer syrischen Nachkriegsordnung möglichst großen Einfluss zu sichern: Denn zur Monatsmitte steht die nächste Befriedungskonferenz im kasachischen Astana am Programm. Obwohl dort noch Mitveranstalter sind die Türken vor Ort selbst nun weit abgeschlagen. Dasselbe gilt leider auch für die arabischen Demokraten des Landes, von denen 2011 Syriens „Arabischer Frühling“ gegen die Assad-Diktatur ausgegangen war. Sie wurden  zunehmend von radikalen Islamisten auf die Seite geschoben.

Der „Islamische Staat“ kontrollierte vor drei Jahren am Höhepunkt seiner Macht und Ausbreitung fast zwei Drittel des bewohnten Landes mit zahlreichen mittleren Städten. Schwerpunkte waren der syrische Norden sowie ein Gebiet östlich vom Tal des Orontes mit seinen Zentren Hama und Homs. Die Eroberung – mit fanatischer Verwüstung – der antiken Ruinenstadt Palmyra zwischen 2015 und 2016/17 sicherte den IS-Kämpfern die Landverbindung zwischen beiden Gebieten und damit ein zusammenhängendes Herrschaftsgebiet.

Heute sind von diesem „Reich Allahs“ nur mehr Bruchstücke unter Islamisten-Kontrolle. Gegen sie richtet sich nun im syrischen Norden das weitere Vordringen der „Syrischen Demokratischen Kräfte“ (SDF). Sie werden von den USA mit Luftangriffen und Spezialeinheiten unterstützt. Obwohl ihnen neben Kurden auch christliche Aramäer und einige Araberstämme angehören, liegt das militärische Schwergewicht klar auf kurdischer Seite. Angesichts der Bemühungen des autonomen irakischen Kurdistan um volle Unabhängigkeit – darüber will es am 25.September abstimmen – werden auch Syriens Kurden erst recht zu einem entscheidenden Faktor für die Zukunft ihres Landes.

Einen festen Platz in dieser will auch das Assad-Regime behaupten. Daran ist grade den Russen viel gelegen. Zusammen rennen sie daher jetzt – wie SDF und Amerikaner in Raqqa - gegen die andere Euphratstadt Deiz ez-Zor an. In ihr hielt eine Damaskus-treue Garnison zwei Jahre dem Ansturm der IS-Milizen stand. Jetzt wird deren Belagerungsring aufgebrochen. Assad und Putin wollen den wichtigen syrischen Nordosten nicht ganz unter amerikanischen Einfluss kommen lassen. Wie es dann weitergeht, wird mehr vom künftigen Verhältnis zwischen Moskau und Washington als den syrischen Kräften selbst abhängen.

 

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