Σάββατο, 9 Σεπτεμβρίου 2017

Grauen der Vergangenheit mitten in Wien Mahnmal an Opfer der Abtransporte in den Tod









Stadtrat Dr. Michael Ludwig, Landtagsabgeordneter Volkmar Hannes Harwanegg u.a. eröffneten am 7. September eine Gedenkstätte für die Opfer der nationalsozialistischen Juden-Deportation auf dem Areal des ehemaligen Aspangbahnhofs in Wien-Landstraße. Das Mahnmal erinnert an die äußerst dunkle Geschichte dieses Orts. Denn hier fuhren zwischen 1939 und 1942 „Abtransporte“ von rund 47.000 Menschen – fast ausschließlich Juden – in Ghettos und Vernichtungslager ab.

Auf das Grauen der Vergangenheit nimmt das Mahnmal im Leon-Zelman-Park direkt Bezug: Auf einer Länge von 30 Metern verlaufen – parallel zur Aspangstraße – zwei konisch sich verengende Betonschienen am Boden, die die Gleisstränge der in den 1970er-Jahren endgültig abgerissenen Verkehrsstation symbolisieren sollen. Diese münden schließlich in einen dunklen hohlen Betonblock, der für den Tod, das Verschwinden stehen soll.




“Shoah hat mitten in der Stadt, stattgefunden”


“Die Shoah hat nicht nur in fernen Vernichtungslagern stattgefunden”, sondern eben auch “mitten in der Stadt, vor den Augen der Bevölkerung”, betonte Historikerin Heidemarie Uhl. Sie erinnerte an die 47.035 Deportierten, die in 47 Transporten – die überwiegende Mehrheit fand in den Jahren 1941/42 statt – per Zug in die Vernichtungslager geschickt worden waren. Nur 1.073 Menschen überlebten. Zahlen, die auch am Denkmal aufgebracht sind.


Ein Zeitzeuge berichtet

Einer der wenigen, die zurückgekommen sind, ist Herbert Schrott. Der Zeitzeuge sprach heute vor allem vom Spott und Hohn der Wiener, der ihm am Weg zum Aspangbahnhof von der Bevölkerung entgegengebracht wurde. “Die Tragödie war damals den Wienern ein Triumph”, es habe “kein Zeichen von Mitgefühl und Menschlichkeit” gegeben. Die Familie Schrott wurde zuerst ins Ghetto Theresienstadt, dann nach Auschwitz, dann in ein Nebenlager von Dachau gebracht. Mutter und Sohn überlebten, der Vater kam ums Leben: “Dieses Mahnmal soll an eine Zeit ohne Gnade erinnern.”


Bereits existierender Gedenkstein wurde erweitert

Als ein Vertreter der Stadtregierung betonte Michael Ludwig, dass das Grauen vor den Augen und auch unter Mithilfe der Wienerinnen und Wiener stattgefunden habe. Im Sinne der Mahnung “Niemals vergessen” sei vor allem Vermittlungsarbeit wichtig. Deshalb wurde der – schon seit rund drei Jahrzehnten existierende Gedenkstein – um eine große Tafel ergänzt, die über den Ort informiert. Eine Liste der Deportationszüge mit Datum, Zielort und Zahl der Deportierten sowie eine Landkarte mit den Deportationszielen findet man hier ebenfalls.

Erinnerungsorte und das damit verbundene Gedenken seien auch dazu da, “Taten für die Zukunft” daraus abzuleiten, also Ausgrenzung und Antisemitismus nicht zuzulassen und sich für Friede und Menschlichkeit einzusetzen. “Ich sage das jetzt im Hinblick auf den gegenwärtigen Wahlkampf: Es beginnt oft mit Worten und es beginnt oft sehr harmlos”.


Mahnmal als “wichtige Mahnung für Gegenwart und Zukunft”

In eine ähnliche Kerbe schlug Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Wien: In einer Zeit, in der Antisemitismus wieder im Aufstieg sei und Terrorismus und kriegerische Konflikte wieder zunähmen, sei dieses Mahnmal eine “wichtige Mahnung für die Gegenwart und Zukunft”. Am Schluss der rund einstündigen Zeremonie, bei der auch die israelische Botschafterin in Österreich, Talya Lador-Fresher, kurz das Wort ergriff, wurde mit einem Kaddisch (Gebet für Verstorbene) beendet, das Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg sprachen wurde.

Der Entwurf für das Deportationsmahnmal stammt vom Künstlerduo Prinzgau/Podgorschek. Er wurde im November 2016 durch eine vom KÖR (Kunst im öffentlichen Raum) eingesetzte Jury zum Wettbewerbssieger erklärt. Für die Umsetzung, die ab dem Frühjahr erfolgte, stellte die Stadt 330.000 Euro zur Verfügung.



(rathauskorrespondenz)


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