Παρασκευή, 22 Σεπτεμβρίου 2017

Führungswechsel im staatlichen türkischen Religionsamt




 

 

 

 
 

Von Heinz Gstrein                                                 

Ankara. Mit dem Rücktritt des Leiters der obersten islamischen Religionsbehörde „Diyanet“ hat sich ein weiterer langjähriger politischer Weggefährte des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan durch Rücktritt von dessen zunehmend autoritärem Kurs abgesetzt: Mehmet Görmez stand seit 2010 an der Spitze dieses „Amtes für religiöse Angelegenheiten“, nachdem schon sein Vorgänger Ali Bardakoglu wegen Meinungsverschiedenheiten mit Erdogan seine Demission eingereicht hatte. Kontroverspunkte waren vor allem die Ernennung von Frauen zu Vize-Muftis, seine Teilnahme an der Einweihung einer evangelischen Kirche im Touristenort Alanya und die Begegnung mit Papst Benedikt XVI. bei dessen Türkeibesuch von 2007. Erdogan hatte Bardakoglu unter Hinweis auf das angeblich islamfeindliche „Regensburger Papstzitat“ aus dem Vorjahr nahegelegt, sich in Ankara nicht mit dem Heiligen Vater zu treffen. Seit seinem Rücktritt steht Badakoglu in der Türkei im Abseits, doch gilt er international weiter als angesehener moderater islamischer Theologe.

Sein Nachfolger Görmez hingegen erwies sich als williger Erfüllungsgehilfe von Erdogans Religionspolitik. Den Gipfel der Willfährigkeit bildete seine Entscheidung, nach dem gescheiterten Umsturzversuch vom Juli 2016 den dabei gefallenen Beteiligten ein islamisches Begräbnis zu verweigern. Vielmehr verfügte Görmez die Schaffung eigener „Verräter-Friedhöfe“, in denen die Putschisten verscharrt wurden. Seine jetzigen Differenzen mit dem Staatschef, die schließlich zum Rücktritt führten, hingen nach Informationen aus Ankara mit den Auslandsaktivitäten von Diyanet zusammen. Dieses kontrolliert über Tochtereinrichtungen – DITIB in Deutschland bzw. ATIB für Österreich – die für Europa-Türken errichteten Moscheen, ihre Geistlichkeit und deren Predigten sowie Ketten von geistlichen Schulen „Imam-Hatip“. Sowohl DITIB und ATIB wie die Imam-Hatip waren in letzter Zeit ins Zentrum der Kritik ihrer Gastländer wegen propandistischem Missbrauch für Erdogans Zielsetzungen und zur politislamischen Indoktrinierung der Auslandstürken geraten. Görmez riet seinem Präsidenten zu einem unauffälligeren Auftreten des Diyanet außerhalb der Türkei. Als er damit kein Gehör fand, wollte er nicht länger verantwortlich sein und reichte schon im August seinen Rücktritt ein.

Erdogan tat sich gar nicht leicht, einen Nachfolger zu finden. Niemand wollte das in schiefes Licht geratene Diyanet übernehmen. Erst nach sechswöchigem Suchen fand sich ein untergeordneter Beamter der Religionsbehörde bereit, das Amt des Leiters und damit ranghöchsten muslimischen Geistlichen der Türkei zu übernehmen: Der 56jährige Ali Erbas aus Ordu am Schwarzen Meer, ein im Unterschied zu seinen beiden Vorgängern als Theologe fachlich unbeschriebenes Blatt. Erbas hat sich auf seinem Fachgebiet Religionsgeschichte kaum hervorgetan, wenn man von zwei kürzeren Gastspielen an französischen Universitäten absieht.

 

 

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