Τρίτη, 29 Αυγούστου 2017

Staatliche Islamisierung im türkischen Nordzypern





Hagios Mamas
 

Heinz Gstrein                                                        

Lefkose/Omorfo. Zu Beginn des neuen Schuljahrs 2017/18 protestiert der Lehrerverband von Türkisch-Zypern (Kibris Türk Ögretmenler Sendikasi – KTOS) gegen eine durch Präsident Tayyip Recep Erdogan betriebene Islamisierung zu Lasten des traditionell säkulären Bildungswesens im seit 1974 von der Türkei besetzten Nordteil der Insel. Die Führung von Ankara gebe in ihrem seit 2004 zumindest grundsätzlich mit ganz Zypern zur EU gehörenden Protektorat auf der Mittelmeerinsel heute unmissverständlich einem islamischen Schulwesen den Vorzug. Das betreffe auch die gesamte Bildungs- und Kulturpolitik der von Erdogan ferngesteuerten „Türkischen Republik Zypern“ mit Sitz in „Lefkose“. Das ist offiziell „Hauptstadt-Name“ der von Truppen der Türkei okkupierten und wie einst in Berlin mit einer „Mauer“ abgetrennten Viertel von Nikosia.

 
Heute stehen in Zyperns türkischer „Zone“ 212 größtenteils neu gebaute oder aus Kirchen umgewandelte Moscheen nur mehr 162 öffentliche Schulen gegenüber. Zwei weitere von ihnen müssen mit diesem Schuljahr schließen. Es sei an der Zeit, „den weltlichen Charakter der zyperntürkischen Volksgruppe und ihre laizistischen Institutionen zu verteidigen“, heißt es in einer Erklärung des KTOS, die auch in Istanbuler Medien veröffentlicht wurde. Das umso mehr, als im zyperntürkischen „Staatshaushalt“ 2018 mehr Mittel für die Einrichtung von Koranschulen und die Heranziehung ihres Personals aus der Türkei als für das gesamte öffentliche Schulwesen veranschlagt sind.

Indessen geht aber die zwischen Zyperns griechisch-orthodoxem Erzbischof Chrysostomos II. Dimitriou und dem zyperntürkischen Mufti Talip Atalay eingleitete „religiöse Wiedervereinigung“ weiter: So dürfen am 2. September wieder im besetzten Morphou (türk. Omorfo) die von dort vertriebenen griechischen Orthodoxen mit ihrem nach südlich der Zonengrenze in Evrychou exilierten Metropoliten Neophitos Masuras das Fest des Lokalheiligen Hagios Mamas begehen. Dieser war ein Eremit, der im Mittelalter byzantinischen Steuereintreibern die Zahlung verweigerte. Ein Löwe beschützte ihn vor den Beamten, die ihn verhaften wollten. So wurde Mamas weit über Zypern hinaus zu einem Nothelfer bei Problemen mit dem Finanzamt. Ihm wurde später auch die Kathedrale der Stadt geweiht. Sie dient heute unter türkischer Besatzung wenigstens als Ikonenmuseum. Am Mamas-Fest dürfen dort wieder – wie schon seit 2004 regelmäßig – der Gedenkgottesdienst für den Heiligen und das anschließende Kirchtagsfest gefeiert werden. Daran beteiligen sich auch die bodenständigen Türken von Omorfo im Unterschied zu den vielen Neusiedlern, die seit 1974 aus der Türkei eingeschleust wurden.

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