Πέμπτη, 6 Ιουλίου 2017

OSZE: Kirchenräuber von der Ukraine bis zum Bosporus Verletzungen christlicher Religionsfreiheit durch andere „Mitchristen“









Von Heinz Gstrein

Wien. Mit dem Thema Religionsfreiheit hat sich Ende Juni in Wien die „Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa“ (OSZE) beschäftigt. Neben der Verhinderung oder zumindest Eindämmung militärischer Konflikte wie zuletzt in der Ukraine ist es eine  Hauptaufgabe dieser aus dem „Helsinki-Prozess“ der 1970er und 1980er Jahre 1995 hervorgegangenen gesamteuropäischen Institution, über Sicherstellung der Meinungs- und Religionsfreiheit zu wachen.

Im Zeichen des „Kampfes gegen Anti-Semitismus und Intoleranz sowie Diskriminierung von Christen, Muslimen und Mitglieder anderer Religionen“ stand nun diese Konferenz am OSZE-Sitz in der Wiener Hofburg. Dort versuchten zwar auch komische Vögel wie die „Kirche“ der Scientologen oder Homo-Lobbyisten für Akzeptanz ihrer „Weltanschauungen“ zu werben. Vorwiegend ging es aber um echte und oft grobe Verstöße gegen die Religionsfreiheit im Russland von Vladimir Putin, in der Ukraine und der Türkei.


So beklagte sich der Bischof der russischen Pfingstchristen, Sergej Rjachovskij, der dazu persönlich nach Wien gekommen war, über eine ausufernde Atmosphäre der Intoleranz gegen alle, die nicht zur Russischen Orthodoxen Kirche gehören. Zu dieser Klimaverschlechterung habe der Konflikt mit der Ukraine geführt. Da dort die Pfingstgemeinden, Baptisten und Evangelikalen über mehr Freiheit als in Russland verfügen, werden ihnen auch politische Sympathien für Kiew unterstellt. Von der OSZE reiste Rjachovskij am 28. Juni zu einer großen Gebetskonferenz nach St. Petersburg. Unter dem Motto „Die Kraft von Eintracht und Zusammenhalt“ sprach er seinen Gläubigen Mut und Hoffnung zu.

Francesco di Lillo von den „Heiligen der letzten Tage“ – die Mormonen werden in Russland gern zu den „Neuprotestanten“ - gezählt - warnte vor Putins neuestem „Anti-Terror-Gesetz: „,,Das besagte Gesetz verbietet Missionarsarbeit nicht; es reguliert sie. Doch das russische Gesetz wird oft mit Fremdenfeindlichkeit und Aberglauben im Kopf ausgelegt, nicht nach dem Wortlaut des Gesetzes”. Wenn man bedenke, wie Richter das neue ,,Anti-Terror”-Gesetz anwenden, müssten religiöse Minderheiten in Russland mit einer Verschlechterung ihrer Situation rechnen. Di Lillo glaubt nach eigener Aussage, dass die Gerichte sich gezwungen sehen werden, die Religionsfreiheit zu beschneiden, da der Staat mehr Macht über die russische Gesellschaft gewinnen will. ,,Der Staat will Kontrolle über alles.“



Als Vertreter des orthodoxen Patriarchats von Moskau widersprach der Leiter von dessen Abteilung für Interreligiöse Beziehungen, Erzpriester Dimitri Safonov, diesen Darstellungen. In ihnen würden Politik und Religion unterschiedslos vermengt. Die Russische Orthodoxe Kirche als solche unterdrücke und bekämpfe keine anderen Christen. Als Beispiel nannte er die eigene enge Verbundenheit mit der „Kirche der Brüder“ (Church of Brethren), besonders ihrem langjährigen Generalsekretär Stan Noffsinger. Dieser ist deutsch-mennonitischer Herkunft und wirkt nun seit September 2016 als Bürochef des Generalsekretariates vom Weltkirchenrat in Genf.

Was die Ukraine betrifft, würde dort die moskautreue autonome Ukrainische Orthodoxe Kirche diskriminiert und in vielen Einzelfällen sogar verfolgt. Dabei gehe es meist um den „Raub“ von Kirchen durch „Schismatiker“. Diese Darstellung präsentierte auch Erzpriester Mykola Danylevych vom kirchlichem Außenamt in Kiew. Er verwies auf den Gesetzesentwurf zur Einschränkung der Rechte des russischen Patriarchats auf ukrainischem Boden zugunsten der beiden unkanonischen „Nationalkirchen“ Kiewer Patriarchat und  Autokephalisten. Diese Vorlage wurde zwar in der ukrainischen Rada (Parlament) nach internationalen Protesten zurückgestellt, aber nicht zurückgezogen. Sie kann jederzeit wieder zur Beschlussfassung kommen, wobei ihr eine Mehrheit sicher ist.

Dieser negativen Darstellung und Einschätzung der Religionsfreiheit in der Ukraine schloss sich auch Erzpriester Volodymyr Kotsaba an, Ständiger Vertreter der Ukrainischen Orthodoxen Kirche Moskauer Obedienz bei den Internationalen Organisationen. Die diesmal besonders gewichtige Präsenz der Russischen Orthodoxen Kirche und ihres Zweiges in der Ukraine mit allen ihren bedeutenden Sprechern wurde noch durch die von Putin neu gegründete „Zarische Orthodoxe Palästinagesellschaft“ und das „Weltkonzil des Russischen Volkes“ abgerundet. Die nach der Wende gegründete Organisation trat 2006 mit einer „Russischen Erklärung der Menschenrechte“ hervor. Dieses  orthodoxe Manifest weist das moderne westliche System der humanistischen Werte offen zurück und appelliert an die russische Gesellschaft, das Konzept der Menschenrechte wieder im Licht des Evangeliums zu sehen. Dies war angeregt worden durch die Sicht der russischen Kirche, dass die westlichen säkularen Menschenrechte den geistigen und moralischen Werten des orthodoxen Glaubens überhaupt nicht entsprechen.

Auch das seit 1992 als „moskaufreie“ ukrainische Orthodoxie bestehende, aber weder vom Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. noch von einer anderen kanonischen Kirche anerkannte „Kiewer Patriarchat“ meldete sich in Wien mit seiner Sicht der Dinge zu Wort. Es hatte ebenfalls einen seine führenden Vertreter zur OSZE entsandt, Erzbischof Evstratiy Zorja  von Tschernihiw (Siehe öki 25 vom 20. Juni 2017). Dieser Sprecher von „Patriarch“ Filaret Denisenko erinnerte daran, dass auch andere heute eigenständige (autokephale) orthodoxe Kirchen durch Loslösung von ihren Mutterpatriarchaten im Alleingang entstanden sind und erst nach oft Jahrzehnte langen Wartezeiten von der Weltorthodoxie anerkannt wurden. Als extremsten Fall erwähnte er die schon 1870 erfolgte Gründung des Bulgarischen Exarchates, das erst 1946 vom Ökumenischen Patriarchen anerkannt wurde. Die OSZE habe sich nicht an das komplizierte orthodoxe Kirchenrecht, sondern daran zu halten, dass das Kiewer Patriarchat faktisch seit 25 Jahren existiert und die religiös-sozialen Anliegen von Millionen Ukrainerinnen und Ukrainern vertritt.

Über das österreichische Außenministerium setzte sich Erzbischof Evstratiy in der Wiener Hofburg mit den Vertretern des „Ökumenischen Bundes der Konstantinopler“ in Verbindung. Er bemühte sich um ihre Unterstützung bei Erlangung der Anerkennung des Kiewer Patriarchates durch Bartholomaios I. Die Delegation war aus Istanbul zur OSZE gekommen, um auf die widerrechtliche Wegnahm von drei griechisch-orthodoxen Kirchen samt ihren über 50 Liegenschaften hinzuweisen. Diese wurden vom Staat Anfang der 1960er Jahre an die so genannte Türkisch-orthodoxe Kirche (Siehe öki 26 vom 27. Juni 2017) übergeben. Diese ist aber seitdem so gut wie ausgestorben, worauf sich die Nachkommen ihres Pseudopatriarchen Eftim Erenerol in die Pfründen geteilt haben. Der Hagios Ioannis ton Chion wurde den Syrisch-Orthodoxen vermietet, der hl. Nikolaus zum Warenlager gemacht. In die Marienkirche beim Hafen lagerte die Erenerol-Sippe sogar Waffen ein, als sie vor zehn Jahren in die so genannte Ergenikon-Verschwörung zur Ermordung evangelischer Missionare sowie katholischer Priester und eines Bischofs  – in Trabzon, Malatya und Iskenderun – verwickelt war. Damals schien die Rückgabe von Gotteshäusern und Kirchenbesitz an das Ökumenische Patriarchat unmittelbar bevorzustehen. Inzwischen stellt Präsident Erdogan jedoch die ganze Ergenekon-Affäre als Lügengespinst seiner Gegner von der Gülen-Bewegung hin. Damit sind auch die Erenerols rehabilitiert und können sich weiter ihres Raubguts erfreuen. Der „Ökumenische Bund der Konstantinopler“ will die traurige Angelegenheit nun vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte bringen.

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