Δευτέρα, 24 Ιουλίου 2017

Mordsee Mittelmeer entflüchtigen? Libyens Marschall Haftar könnte das kurz und bündig





Marschall Haftar





Von Heinz Gstrein

Aufgrund des guten Wetters am Mittelmeer wagen derzeit besonders viele Notmigranten die Bootsfahrt von Nordafrika nach Europa. Vielen von ihnen droht dabei sicherer Tod. Eine Schließung dieser Seeroute wie 2016 des Balkanpfades fordert Österreichs Außenminister Sebastian Kurz. Doch Italien will da nicht mitmachen, aus Berlin kritisiert Sigmar Gabriel den Wiener Amtskollegen.

Tatsächlich schien es bis vor kurzem kaum realistisch, den afroasiatischen Ansturm auf die Wohlstandsfestung Europa schon in Libyen abzufangen. Im einstigen Reich Gaddafis herrschte Chaos und Krieg aller gegen alle. Die verschiedenen Kriegsherren machten ein einträgliches Geschäft daraus, verzweifelte Menschen dem Meer und ihrem Schicksal zu überlassen. Die Libyer hatten Jahrhunderte nur von Seeräuberei und Sklavenhandel gelebt. Ließen sich keine fangen, so verkauften sie die eigenen Töchter und Söhne. Es ist noch keine hundert Jahre her, seit die letzten Sklavenkarawanen durch die Sahara ins libysche Mursuk wankten.


Nun hat sich aber die libysche Lage gestrafft: Gaddafis letzter aktiver Mitrevolutionär von 1969, Halifa Haftar, setzte sich in den Besitz von Bengasi und fast dem ganzen Land mit Ausnahme der Zone von Tripolis bis Misurata. Kein Wunder, denn der noch von den Russen ausgebildete Feldmarschall galt bis zuletzt als Mann der Amerikaner, bei denen er zwei Jahrzehnte gelebt und auch die US-Bürgerschaft bekommen hat. Zudem unterstützen ihn Ägypten und die Emire vom Golf. Neuestens wird er auch von Moskau umworben: Auf dem aus Syrien wieder nach Petersburg steuernden Kreuzer „Kusnezov“ wurde Haftar bei der Fahrt durch libysche Gewässer der Empfang eines Verbündeten bereitet.

Es scheint nur mehr die Frage kurzer Zeit, dass er auch das machtlose Regime in der Hauptstadt Tripolis hinwegfegt. Dann ist Libyen den Weg von Ägypten aus einer Militärdiktatur in die andere quer durch die Hölle des 2011 so hoffnungsvoll eingeläuteten „Arabischen Frühlings“ gegangen.

Das bedeutet für Mitteleuropa die erste pragmatische Möglichkeit einer Abriegelung der Flüchtlingsstromes übers Mittelmeer an seinem Ursprung. Haftar ist durchaus für so etwas zu haben. Als alter Anhänger Nassers und von dessem weltlich-nationalen „Arabischen Sozialismus“ lehnt er jede islamisch motivierte Politik und Gewaltanwendung ab.

Als Libyens zur Zeit nicht nur militärisch einzig fähiger Kopf bekennt sich Haftar bei allem Schaukelspiel mit Putin zum Westen. Eine sichere Destabilisierung und wahrscheinlich auch islamistische Unterwanderung Europas durch die neue Völkerwanderung liegt ganz und gar nicht in seinem Sinn. Kurz und bündig könnte er damit Schluss machen.

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