Τρίτη, 25 Ιουλίου 2017

Eine Wegweisung für ukrainische Autokephalie Griechisch-Katholische in Kircheneinigung einbeziehen




Prof. Larentzakis


Von Heinz Gstrein

Athen. In Sachen Verselbständigung (Autokephalie) der ukrainischen Orthodoxen und ihres Zusammenfindens zu einer Kirche anstelle der bisher vier postkommunistischen Jurisidiktionen ist aus den Reihen des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel ein weiterer Vorstoß in Richtung Losslösung der Metropolie Kiew von Moskau erfolgt: Drei Wochen nach der dafür weigweisenden „Botschaft an das ukrainische Volk“ von Patriarch Bartholomaios I. (öki vom 9- Juli 2017) hat die dem Phanar nahestehende Athener Website „amen.gr“ Überlegungen zu „Einer Autokephalen Geeinten Kirche der Ukraine“ hochgeschaltet. Sie stammen von Prof. Grigorios Larentzakis, der in Chalki und Innsbruck studiert hat und bis zu seiner Emeritierung an der Universität Graz lehrte. Er gilt als einer der zentralen theologischen Berater des Ökumenischen Patriarchen. Bei der „Großen Orthodoxen Synode“ von Kreta war ihm 2016 die Betreuung der ökumenischen Konzilsbeobachter mit Kardinal Kurt Koch an der Spitze anvertraut.


Larentzakis sieht in der ukrainischen Problematik eine der besonders schmerzlichen Streitfragen, die nicht nur die Einheit der Kiewer Kirche torpedieren, sondern jene der gesamten Orthodoxie gefährlich in Frage stellen. Dem Ökumenischen Patriarchat liegt inzwischen ein offizielles Ansuchen um Gewährung der Autokephalie vor. Zur Prüfung dieses Anliegens wurde eine eigene Kommission eingesetzt. Es ist daher an der Zeit, sich mit diesem Thema ernsthaft ekkleseologisch zu beschäftigen.

In einem Überblick zur Entwicklung in Sachen Verwaltung eigenständiger, doch miteinander in Gemeinschaft stehender Kirchen seit der frühen Christenheit weist Larentzakis auf die im ersten Jahrtausend besrtehende Führung der Gesamtkirche durch das Kollegium von fünf autokephalen Patriarchen (Pentarchie) in Rom und Konstantonopel, Alexandria und Antiochia hin. Von ihnen führten der römische und der alexandrinische Patriarch den Titel „Papst“. Auf dem Konzil von Ephesus 431 wurde erstmals auch einer Kirche – jener von Zypern – die Autokephalie ohne Patriarchenwürde zuerkannt.

Dann dauerte es – mit Ausnahme bis heute strittiger Bildung georgischer, bulgarischer und serbischer Autokephal- bzw. Patriarchatskirchen im Mittelalter - mehr als tausend Jahre, bis Konstantinopel seinem Metropolitansprengel Moskau 1448 die Autokekephalie und 1589 den Rang eines Patriarchates verlieh. Damit war nach der Loslösung Roms im Gefolge des Schismas von 1054 die Pentarchie wieder komplett, mit dem Ökumenischen Patriarchat an erster und Moskau an fünfter Stelle. 

Beginnend mit der Entstehung unabhängiger Balkanstaaten im 19. Jh. erhielten auch ihre orthodoxen Kirchen Eigenständigkeit. So 1850 jene in Griechenland, gefolgt von Serbien und Rumänien, denen 1922 bzw. 1925 auch die Aufwertung zu Patriarchaten zuteil wurde. Von den Gewährungen der Autokephalie in der Zeit zwischen den Weltkriegen, Polen 1924 und Albanien 1927, ist der polnische Fall für eine heutige Lösung in der Ukraine besonders revelant: Konstantinopel hatte zwar die Metropolie von Moskau, nicht aber jene von Kiew aus seiner Jurisdiktion entlassen. Das erfolgte erst in den 1920er Jahren für jene Diözesen, die damals zu Polen gehörten. Die übrige Ukraine verblieb kanonisch ihrer Konstantinopler Mutterkirche, obwohl sich die Reichskirche des zarischen Russland seit dem späten 17. Jh. faktisch in ihren Besitz gesetzt hatte.

Schließlich wurden 1946 auch die bulgarische (1961 als Patriarchat anerkannt) bzw.1990 auch die georgische (unter Anerkennung ihres schon lang eingeforderten Patriarchates) und 1998 die tschechisch-slowakische Orthodoxie autokephal. Vorenthalten bleibt dieser Status jedoch weiter der Makedonischen und der Ukrainischen Orthodoxen Kirche, da sie von Belgrad bzw. Moskau als unaufgebbare Teile ihres „kanonischen Territoriums“ hingestellt werden. 

Prof. Larentzakis ist sich daher darüber im Klaren, es drohen mit Verleihung ukrainischer Autokephalie zunächst „eine große Spaltung im Schoß der gesamten orthodoxen Kirche und schmerzliche Auseinandersetzungen des Ökumenischen mit dem Moskauer Patriarchat, das in übertriebener Weise jeden Gedanken an eine autokephale Ukrainische Orthodoxe Kirche zurückweist.“ Dennoch vertritt Larentzakis den Standpunkt, dass ohne Autokephalie die schon 25jährige orthodoxe  Kirchenspaltung in der Ukraine nicht überwunden werden kann. Das würde die nicht nur politischen, kriegerischen, wirtschaftlichen und sozialen, sondern ebenso kirchlich-geistlichen Nöte des ukrainischen Volkes verewigen. Larentzakis sieht also akuten Handlungsbedarf.

Die ukrainische Kirchenkrise lasse sich auf dem Fundament der tiefen Gläubigkeit und Frömmigkeit des ukrainischen Volkes in allen einander kirchenpolitisch widerstreitenden Jurisdiktionen zwar nicht leicht, aber doch aussichstreich lösen. Zu diesen Jurisdiktionen zählt Grigorios Larentzakis – und das ist der neue Aspekt seiner Unterschung – nicht nur die moskautreue autonome Ukrainische Orthodoxe Kirche und die mit dieser verfeindeten Anhänger des „Kiewer Patriarchats“ und der „Autokephalen“, sondern ebenso die Ukrainische Griechisch-Katholische Kirche. Diese hatte 1596 die Gmeinschaft mit Rom wieder aufgenommen, ohne ausdrücklich die Communio mit dem Ökumenischen Patriarchen und über diesen mit der gesamten Orthodoxie aufzugeben. In der Praxis war daraus jedoch eine bald mehr, bald weniger straffe Bevormundung durch die römische Osatkirchenkongregation geworden. Unvergessen bleiben die schmerzlichen Worte des griechisch-katholischen Metropoliten Iossif Slipiy nach seiner Entlassung aus der Haft in Sibirien Richtung Rom: „Was ist schlimmer als der Gulag? Der Vatikan!“

Seit der Wende bemüht sich die Ukrainische Griechisch-Katholische Kirche um Wiederaufnahme der Communio mit den Orthodoxen, ohne darüber ihre Gemeinschaft mit Rom aufzugeben. Das fand aber bisher weder auf orthodoxer und schon gar nicht von römisch-katholischer Seite entsprechende Gegenliebe. Eine erste „Kiewer Arbeitsgruppe“ dieser Ausrichtung versandete schon in den 1990er Jahren. Der 2015 neu unternommene Anlauf landete in der Schublade des in Sachen Ukraine für den Phanar noch federführenden Pariser Metropoliten Emmanuel Adamakis.

Da tritt nun Prof. Larentzakis mit seinen handfesten Vorschlägen zur kirchlichen Lösung der ukrainischen Frage in die Bresche und entwirft die folgende Vorgangsweise:

1.Grunsätzliche Einigung aller ukrainischen Christen byzantinischer Tradition zur Schaffung einer gemeinsamen autokephalen Kirche und die Gewährleistung ihrer, freien nicht von außerhalb der Ukraine diktierten Entscheidung dazu.

2. Erlangung der Zustimmung des Moskauer Patriarchates zu dieser Vorgangsweise.

3. Zustimmung des Papstes, was die ukrainischen Griechisch-Katholischen angeht.

4. Gemeinsames Ansuchen um Gewährung der Autokephalie beim Ökumenischen Patriarchen. - Bisher steht in Kiew die Moskauer Jurisdiktion dabei noch abseits.

Prof. Grigorios Larentzakis schließt seine Ausführungen mit der Gewissheit, dass das orthodoxe ukrainische Volk diesen Weg gehen will: „Damit haben wir Grund zur Hoffnung!“

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