Κυριακή, 11 Ιουνίου 2017

Religion und Politik










von Heinz Gstrein

Der Missbrauch von Religion als Ansporn zu Gewalt und Terror wird mit islamisch motivierten Kriegen in Nahost von Syrien bis Jemen und den schon fast täglichen Anschlägen mitten in Europa zum dominierenden Thema unserer Tage. Mit ihm beschäftigten sich zu Pfingsten in Wien Fachleute aus der ganzen Welt, von verschiedenen Kirchen und aus den nichtchristlichen Religionen unter dem Motto: „Religion, Werte und Spiritualität: Ihr Einfluss auf Politik und Sicherheit“. Veranstalter war die Initiative „Religion, Diplomatie und internationale Beziehungen“, gegründet durch US-Baptistenprediger Paul Raushenbush und Prof. Wolfgang Danspeckgruber von der Princeton-University. Die Beratungen erfolgten hinter verschlossenen Türen, doch gaben öffentliche Erklärungen Aufschluss über die gewonnenen Einsichten. Die Schweiz war durch Raphael Bez von der Eidgenössischen Mission bei der Organisation für Europäische Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) vertreten.




Von besonderem Interesse waren Vorträge amerikanischer Fachleute über besondere Aspekte der Religion-Gewalt-Problematik. Maya Aronoff referierte über „Der Weg des gerechten Mannes: Der Einfluss evangelischen Christentums auf die Nahoststrategie der US-Präsidenten Jimmy Carter und Georg W.Bush“. Beide waren „Wiedergeborene“, die sich die Botschaft des Evangeliums erst in der Mitte ihres Lebens zu eigen gemacht hatten. Carter sah sich als Friedensbringer, was ihn zum Baumeister der Aussöhnung von Camp David zwischen Ägypten und Israel machte. Bush fühlte sich berufen, dem Bösen in dieser Welt – verkörpert vom Irak Saddam Husseins – auch politisch und militärisch entgegen zu treten.

Die Notwendigkeit für Israel, sich nicht auf die Dauer als religiös definierter „jüdischer“, sondern als säkulärer „israelischer“ Staat zu verstehen, hat Miriam Friedman unterstrichen. Nur ein solcher werde auch messianischen Juden und Christen echte Heimat bieten. Dasselbe gelte für die Palästina-Araber, sofern sie sich nicht dem aggressiven Islamismus der Organisationen Hamas oder Dschihad verschrieben haben.

Den schwierigen und oft widersprüchlichen Weg der Serbischen Orthodoxen Kirche aus Unterdrückung im Tito-Kommunismus bis zu ihrer Befreiung im neuen demokratischen Serbien zeigte Stefan Kondic auf. Dazwischen lag die eher negative Rolle der Orthodoxie als „Rechtfertigungsglauben von oft unmenschlichen Politik und Militäraktionen der Serben“ während der Zerfallskriege Jugoslawiens zwischen 1991 und 1999. Amma Prempeh stellte „Transnationale religiöse Akteure in den afrikanischen Beziehungen“ vor, während sich Aleksandar Vladicic mit der Frage „Wer sind die Europäer? Religion und europäische Identität“ bschäftigte.

Von besonderem Interesse waren schliesslich die Ausführungen von Eric Wong über die zentrale Rolle chinesischer Hauskirchen auf die Aktivitäten von NGO’s humanitär-demokratischer Ausrichtung in der Volksrepublik China. Unter dem Titl „Der religiöse Impuls für die Schaffung eines Freiraums christlicher NGO’s unter dem Xi-Regime“ konnte er auf die weitgehend im Westen unbekannten Aktivitäten von rund 7000 im wesentlichen von Hauskirchen getragenen Nicht-Regierungs-Organisationen in China hinweisen. Ihre Anliegen reichen von der AIDS-Vorbeugung bis zur Zulassung christlicher Unterweisung im öffentlichen Bildungswesen.
Als Bilanz der Konferenz konnte Prof. Dansbeckgruber festhalten, dass Religionen an sich keinen Nährboden für Gewalt und Terrrorismus darstellen. Sie können aber je nach ihrem Selbstverständnis leichter oder nur auf Umwegen dafür instrumentalisiert werden. Letzteres gelte für das Christentum, während der Islam zu einer relativ leichten Beute für aggressive Auslegung und Anwendung wird.

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