Παρασκευή, 23 Ιουνίου 2017

Erdogan im Anmarsch Islamischer Staat am Ende – Die Türkei in der Krise









Von Heinz Gstrein

Sorgenkind Türkei steht wieder einmal bis Freitag auf der Tagesordnung dieses EU-Gipfels. Störenfried Recep Tayyip Erdogan ist kein zuverlässiger NATO-Partner mehr. Deutschland zieht daraus die Konsequenzen und zieht die Staffeln der Bundeswehr vom durch Ankara für Abgeordnetenbesuche aus Berlin gesperrten Fliegerhorst Incirlik ab. Sie werden dort auch weniger gebraucht, da die benachbarte IS-Terrormiliz vor dem Ende steht: In Mossul hat sie ihren Kalifensitz und Führerbunker an der Nuri-Moschee als letzten Verzweiflungsakt in die Luft gejagt. Die Altstadt fällt, ohne dass sich das Drängen nach türkischer Teilnahme an der Rückeroberung des „osmanischen“ Mossul erfüllt hätte. Auch im syrischen Raqqa sind es Kurden und nicht Erdogans Mannen, die dem „Islamischen Staat“ das Ende bereiten. Dafür hat die Türkei am Donnerstag ihre ersten Truppen nach Katar entsandt. Was Ägypten veranlasst, eine Ausweitung der interarabischen Blockade des „Revoluzzer-Emirats“ auf Ankara zu verlangen.

Katar, das von 1871 bis 1915 vom Sultan am Bosporus regiert wurde, ist letzter Angelpunkt für Erdogans Traum vom Neuosmanischen Reich. Inzwischen verlassen jedoch die bisherigen Wortführer der Osmanisierung sein sinkendes Schiff. Alt-Regierungschef Ahmet Davutoglu und Erdogans frühester politischer Weggenosse Bülent Arinc sind provokativ einem Ramadan-Dinner der türkischen Führungsspitze fern geblieben.



Auf dem Marsch gegen ihr Unterdrückungsregime befindet sich die einzige noch funktionierende Opposition der sozialdemokratischen CHP. Parteichef Kemal Kilicdaroglou zieht mit dem ganzen Parlamentsteam zu Fuß von Ankara nach Istanbul, wo sein Spitzenabgeordneter Enis Berberoglu für 20 Jahre hinter Gitter kam. Weil er Waffenlieferungen des türkischen Geheimdienstes MIT an die IS-Terorristen aufgedeckt hatte. Für ihn fordern die CHP-Marschierer unter sengender Sonne Gerechtigkeit „Adalet“.

Daheim brennt Erdogan wegen Katar und dem zu einem Massenaufgebot anschwellenden Marsch auf Istanbul langsam der Hut. Daher wurden jetzt über Nacht 41 der 81 Provinzgouverneure durch engste Vertrauensleute des Machthabers ersetzt. Er selbst befindet sich schon wieder mal im Anmarsch auf Mitteleuropa: Den G-20-Gipfel in Hamburg will er nicht nur benützen, um den deutschen „Merkel-Nazis“ erneut seine Meinung zu sagen, wie sie die Türkei zu behandeln haben. Erdogan möchte vor allem bei einer Großkundgebung die Deutschlandtürken zu „patriotischer Treue“ für seine Person aufwiegeln. Dabei sollte er wissen, dass er für solche Aktionen nirgendwo mehr willkommen ist. Doch entwickelt der Diktator zunehmend monomanische Züge, lässt sich von niemand mehr Rat geben, sondern stampft bullig – in den Untergang...

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