Σάββατο, 3 Ιουνίου 2017

Ein Deutscher in Griechenland in den Jahren der Krise





Dirk Schimkat




Von Maria Moschou

Dirk Schimkat lebt seit ungefähr zwei Jahren in Griechenland in Athen. Er ist in Essen geboren und hat oft seinen Wohnsitz gewechselt. Im Jahre2015 kam er nach Griechenland. Kurz nach dem Beginn der großen finanziellen Krise, während der sehr viele Griechen ins Ausland auswanderten, weil sie in ihrer Heimat keine Arbeit hatten. Was bringt aber einen Deutschen in so einer schweren Zeit nach Griechenland?

1)  Herr Schimkat, wie sind sie auf die Idee gekommen ihr Land zu verlassen und nach Griechenland zu ziehen, besonders in so einer schwierigen Zeit nicht nur für Griechenland sondern für ganz Europa?

Ich habe meinen Entschluss nach Griechenland zu ziehen gefasst als ich noch in der Schweiz gelebt habe. Ich wollte die Schweiz verlassen und ich hatte die Wahl zwischen Deutschland und Griechenland. In den letzten 10 Jahren bin ich bis zu 5x im Jahr nach Griechenland gekommen, weil ich viele Freunde in Athen habe. Deshalb ist dann auch die Entscheidung für Athen gefallen. Ich kannte die Situation Griechenlands sehr genau und ich wusste worauf ich mich einlasse und dassdieser Schritt nicht einfach wird.




2)  Wie haben eigentlich ihre Freunde in Deutschland auf ihre Entscheidung reagiert?

Meine Familie und auch meine Freunde haben sehr positiv auf diese Entscheidung reagiert. Ihnen war natürlich bekannt wie eng ich mit Griechenland verbunden bin. Ich kam in 2015 zu einer Zeit als die Frage im Raum stand ob Griechenland die EU verlässt und die Kapitalverkehrskontrollen eingeführt wurden. Da habe ich natürlich viele besorgte Anrufe von meiner Familie und auch von Freunden bekommen.

3)  Wie war die erste Zeit in Athen?

Die erste Zeit in Athen war sehr spannend und aufregend, da ich bisher noch nicht in einer Millionenstadt gelebt hatte. Obwohl ich Athen sehr gut kannte, habe ich eine gewisse Eingewöhnungsphase gebraucht. Vieles war auf einmal doch fremd und in manchen Gegenden hat man gerade in 2015 gesehen wie sehr die Bevölkerung unter der Krise leidet. Zu dem Zeitpunkt wurde Athen förmlich von Flüchtlingen überschwemmt und das ganze Stadtbild hat sich völlig verändert. Ein sehr krasser Gegensatz zu der Schweiz.

4)  Wie wurden sie von den Griechen angenommen?

Ich habe sehr viel Unterstützung gerade bei den Behördengängen von meinen Freunden erhalten und auch schnell neue Kontakte knüpfen können.Die meisten Griechen sprechen Englisch, das ist sehr hilfreich für mich. Die richtigen Geschäftspartner zu finden war allerdings sehr schwierig. Letztendlich hatte ich enormes Glück Andreas Revelas (Wolfish) zu treffen. Wir haben dieselbe Denkweise. Er druckt alle meine T-Shirts in einer Spitzenqualität und ist sehr zuverlässig .

5)  Hatten sie schon eine Arbeit in Sicht oder sind sie einfach losgegangen egal was kommt?

Ganz am Anfang hatte ich eine feste Anstellung als Kundenberater für Mobil-Telefone. Ich habe jedoch schnell gemerkt, dass mir dieser Job keinen Spaß macht und deshalb habe ich mich dann für die Selbstständigkeit entschieden zumal die Geschäftsidee bereits da war und ich auch schon an diesem Projekt gearbeitet hatte. In dieser Zeit habe ich bereits T-Shirts verkauft.

6)  Und dann kommt die große Idee, von der sogar mittlerweile auch ganz Hollywood schwärmt? Kam die Idee von ihnen selbst?

Die Geschäftsidee mit den T-Shirts hatte ich in einem Urlaub auf Kreta. Mir ist aufgefallen, dass auf Kreta und auch in Athen immer dieselben T-Shirt Designs verkauft werden und ich wollte etwas völlig Neues kreieren. Als gelernter Grafiker und Fachmann für Druckvorstufe, Druck und als Photoshop-Experte kann ich mein Fachwissen perfekt für die T-Shirt-Produktion einsetzen. Ich habe aber schnell gemerkt, dass ich neben T-Shirts auch noch andere Produkte benötige. So kamen Pestemals, Taschen und Schmuck hinzu.

7)  Wie sind ihre T-Shirts nach Hollywood gekommen?

Dies war nur als Scherz gedacht. Ich habe Fotos von Prominenten genommen und ihnen meine T-Shirts in Photoshop übergestülpt.  Die Kampagne habe ich aber schnell wieder beendet nachdem ich gemerkt habe wo überall die Aufnahmen bei Facebook gelandet sind. Das war eine einmalige Geschichte.

8)  Können Sie uns beschreiben, was sie genau machen?

Ein großer Teil meiner Arbeit sind T-Shirt Designs. Mir geht es bei den Designs darum  Botschaften zu vermitteln. Ich versuche neue Wege zu gehen und  auch um die Ecke zu denken. Ich will nicht einfach nur schöne bunte Bildchen drucken. Ich biete viele griechische Designs an, habe aber auch eine Menge anderer Designs im Programm. Meine T-Shirts werden alle mit Directto Garment gedruckt. Die Tinte wird direkt auf das T-Shirt aufgetragen. Das garantiert eine sehr gute Farbstabilität. Man spürt die Drucke überhaupt nicht auf der Haut und die T-Shirts können ganz normal gewaschen werden. Die Farben und die Drucke verblassen und brechen nicht, wie man das häufig bei gestempelten T-Shirts hat. Diese Technik ist natürlich deutlich teurer als Stempeln, aber man hat lange Freude an den T-Shirts. Wir verwenden nur die besten T-Shirts für die Produktion.

Dann verkaufe ich Pestemals. Das sind große multifunktionale Tücher, die man am Strand verwenden kann, im Badezimmer, in der Sauna, beim Sport, als Pareo oder sogar als Tischdekoration. Die Tücher sind sehr  dünn und trocknen sofort. Sie wiegen nur 300 Gramm und lassensich einfach verstauen. Sie haben alle wunderschöne   Designs. Inzwischen sieht man die Tücher sehr oft in Griechenland in unterschiedlichsten Qualitäten und Preiskategorien. Ich habe da Toplieferanten. Fast alle Pestemals sind Unikate. Ich kann mir die Tücher aus meinem Alltag nicht mehr wegdenken. Wenn jemand ein Pestemal gekauft hat, will er mehr davon haben. Taschen sind ein weiteres großes Thema bei mir. Ich habe viele handgefertigte Vintage-Taschen im Programm. Die Taschen sind klasse von den Designs und mit viel Liebe zum Detail gefertigt.  Alle Taschen sind Unikate und haben ein Top Preis-Leistungsverhältnis. Meine eigenen Designs biete ich auf Strandtaschen und kleinen Rucksäcken an. Mir ist es wichtig meinen Kunden Spitzenprodukte anzubieten. Ich würde niemals etwas verkaufen, was ich selbst nicht verwenden würde. Meine Kunden sollen ein Gefühl der Individualität haben wenn sie Produkte von mir kaufen. Neben meinen Direktkunden  verkaufe ich  meine Produkte auch an Geschäfte auf dem Festland und auf den Inseln.

9)  In letzer Zeit, wie ich gesehen habe, befassen sie sich besonders mit griechischen Motiven auf ihren Produkten. Gibt es einen bestimmten Grund dafür?

Das hängt damit zusammen, dass ich eine große Gruppe bei Facebook habe, die alle Griechenlandfans sind. Und die Mitglieder kaufen fast ausschließlich griechische Designs und gerne von Leuten, die in Griechenland leben. Sie wissen, dass meine Waren aus Griechenland kommen und nicht von Online-Druckereien, die über den ganzen Erdball verteilt sind. Ich habe sehr viel Spaß daran griechische Designs zu entwickeln, weil ich dabei auch selbst etwas über die griechische Kultur und Geschichte lerne. Viele Themen gehe ich mit einem Augenzwinkern und einem Schuss Humor an.

10)              Als sie am Anfang standen, woher kamen ihre Kunden?  Wie machten sie ihre Produkte bekannt?

Ich habe bei Null auf Facebook mit meinem Geschäft angefangen. Ich habe einfach T-Shirts in Gruppen gepostet und sie wurden super angenommen. Ich hatte einen echten Volltreffer mit meinem Donkey-Design. Dieses T-Shirt ist nach wie vor mein Bestseller. Vor kurzem musste ich leider feststellen, dass griechische Geschäfte dieses Design kopiert haben und in sehr schlechter Qualität zu Billigstpreisen verkaufen. In einer guten Qualität lässt sich der Donkey nur drucken, wenn derjenige im Besitz der Originaldateien ist. Nachdem ich festgestellt habe, dass in den meisten Gruppen auf Facebook Werbung verboten ist, habe ich meine eigene Gruppe aufgemacht. Und hier versammeln sich inzwischen viele meiner Kunden. Die Gruppe wächst ständig von den Mitgliederzahlen. Ich lasseviel Werbung auf Facebook laufen um meine Produkte zu vermarkten. Instagram ist ein weiteres Online-Medium wo ich meine Produkte promote.

11)              Ihre Produkte haben einen großen Erfolg. Wie reagieren die Konkurrenten?

Ich beschäftige mich nicht mit meiner Konkurrenz, weil meine Produkte konkurrenzlos sind. Das mag etwas arrogant klingen, aber meine Produkte geben den Leuten ein Gefühl der Individualität, weg vom Mainstream, was viele andere Geschäfte verkaufen. Meine Kunden werden von den Leuten auf der Straße angesprochen, wo hast Du das T-Shirt oder diese Tasche gekauft. Bei mir passiert viel über Weiterempfehlung und auch durch individuelle Betreuung. Meine Kunden könneneigene Wünsche und Ideen äußern und ich setze sie um. Das ist nur möglich mit DTG, der Technik die wir für unsere Drucke einsetzen.

12)              Wie reagieren sie eigentlich darauf?

Ich sehe mich noch lange nicht am Ziel und ich bewege mich immer noch in der Anfangsphase. Ich möchte mit meinem Geschäft expandieren und  andere Leute mit ins Boot holen. Dafür muss ich aber eine vernünftige Basis schaffen. Ich bin ein sehr bodenständiger und realistischer Typ.

13)              Soviel ich weiß, hat ihr Unternehmen auch das Interesse des Deutschen Fernsehens geweckt. Wie sind sie auf Sie gekommen und was wollten sie mit Ihrem Film zeigen?

Das war eine spannende Geschichte mit Sat1 und Focus TV. Sie kamen mit einer Anfrage als ich gerade ein paar Wochen in Griechenland war. Sie wollten zeigen warum Deutsche trotz der Krise nach Griechenland gehen. Ich hatte die Möglichkeit diesen Beitrag zu beeinflussen und zu zeigen was  ich in Griechenland mache. Insgesamt ist der Beitrag sehr gut umgesetzt worden und mein Umfeld hat durchweg positiv darauf reagiert. Mir hat der 3-tägige Dreh sehr viel Spass gemacht und das war eine tolle Erfahrung für mich. Falls noch mal eine Anfrage vom Fernsehen kommt bin ich sofort dabei. Leider wurde der Beitrag nicht wie ursprünglich geplant um 22.15 Uhr ausgestrahlt sondern erst um 0.30 Uhr. Deshalb haben viele Leute den Beitrag nicht gesehen und der daraus resultierende Erfolg für mein Geschäft war eher bescheiden.

14)              Herr Schimkat, wie stellen Sie sich die nächsten Jahre vor? Werden Sie weiterhin in Griechenland leben?

Das lässt sich nur schwer in 2 Sätzen zusammenfassen. Ich möchte verstärkt in den griechischen Markt kommen, was zurzeit sehr schwierig ist, da viele Geschäfte ihre Produkte zu Dumpingpreisen einkaufen wollen. Der Faktor Qualität spielt eine völlig untergeordnete Rolle.

In diesem hauptsächlich asiatischen Markt bewege ich mich nicht, da meine Produkte Top-Qualitäten haben und auch entsprechend teurer sind. Ich hoffe, dass ich in dieser Saison mit der Unterstützung von meinem griechischen Umfeld mein Wholesale Geschäft erweitern kann und passende griechische Geschäftspartner finde. Wenn ich das erfolgreich umsetzen kann, habe ich eine Grundlage auch Personal einzustellen und meine Firma auszubauen. Ob ich in Griechenland bleibe hängt einzig und allein von meiner weiteren geschäftlichen Entwicklung ab. Deshalb kann ich zum momentanen Zeitpunkt wenig dazu sagen.

http://xcitymarket.wixsite.com/xcity




Ich bedanke mich sehr bei Ihnen und hoffe das Beste für Sie!

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