Τρίτη, 2 Μαΐου 2017

Weichenstellung in Skopje Nationalistisches Auseinanderbrechen oder Zusammenleben








Von Heinz Gstrein

Nach dem handgreiflichen Schlagabtausch zwischen südslawischen Nationalisten und den Abgeordneten der Mehrheit von Ex-Titoisten, Albanern, Türken und Balkanromanen herrscht in Skopje gespannte Ruhe. Weiter stehen wie seit drei Monaten die Zelte vieler Dauerdemonstranten von der nach elfjähriger Herrschaft abgehalfterten VMRO-DPME vor dem Parlament. Die Partei hat ihre Wurzeln in der lang gefürchteten Terrororganisation IMRO der mazedonischen Slawen. Wie diese neigt auch die heutige Gruppierung noch immer zu Gewalt und Unterdrückung, will ein Großmazedonien vom Olymp bis zur Struma unter Einschluss griechischer und bulgarischer Gebiete.





Im Angesicht dieser Gefahr ist die lang oppositionelle Sozialdemokratische Union Mazedoniens (SDMS) um rasche Einigung mit einer Allianz von drei Albanerparteien bemüht. Doch verweigert ihrem Obmann Zoran Zaev das nationalistische Staatsoberhaupt Gjorge Ivanov hartnäckig den Auftrag zur Regierungsbildung. Daher hatten Sozialisten und Minderheiten letzte Woche immerhin Talat Xhaferi aus einem angesehenen albanischen Clan zum Parlamentspräsidenten gewählt. Was dann Anlass zum Sturm der VMRO-Rabauken auf die Volksvertretung Sobranie bot. Danach hat Ivanov die führenden Politiker zu sich gebeten, um über eine Allparteienregierung zu verhandeln. Als erster nahm das der ultraslawische Langzeitpremier Nikolai Grujevski an. Der selbst bei den Tumulten verletzte Zaev lehnte jedoch ab: Er befürchtet, in eine Zweierkoalition mit der VMRO gezwungen zu werden, in der Grujevski starker Mann bleibt.

Den Anstoß zu einem Ausweg versuchte am Sonntag und Montag US-Unterstaatssekretär Hoyt Brian Yee zu geben. Die Trump-Administration zeigt sich von Anfang an besorgt über die Radikalisierung und Destabilisierung in Mazedonien sowie den dort unter Grujevski gewachsenen russischen Einfluss. Er übertrifft heute sogar jenen in Serbien. Der neue US-Präsident hat daher schon eine Initiative zur Beilegung des leidigen Namensstreites von Skopje mit Athen um die Verwendung der von beiden beanspruchten Bezeichnung „Makedonien“ angekündigt. Dieses Thema ist aber inzwischen über der inneren Unrast in der „Republika Makedonija“ in den Hintergrund getreten.

Was daran nicht nur in Washington, sondern auch in der EU für Besorgnis sorgt, ist die Gefahr, dass Mazedoniens halbe Million Albaner – bei 2,1 Millionen Einwohnern – ihre konstruktive Haltung zu diesem letzten echten Vielvölkerstaat am Balkan aufgibt und sich dem großalbanischen Konzept ausliefert. Diesen alteTraum von einem Staat aller Albaner haben erst unlängst aus Tirana und Prishtina die Präsidenten Edi Rama und Hashim Thaci sowie für die südserbischen „Skipetaren“ Bürgermeister Jonuz Musliu von Presevo frisch angefacht. Einzig auf Distanz blieben – noch – die mazedonischen Albaner. Das wird aber nicht so bleiben, wenn sich in Skopje die VMRO behaupten kann. Dann bekommt es das EU-Loch am Balkan mit zwei auseinanderstrebenden und expansiven nationalen Lagern zu tun

Δεν υπάρχουν σχόλια:

Δημοσίευση σχολίου