Πέμπτη, 18 Μαΐου 2017

Trumps taube Ohren für Erdogan Nun schießt sich Türkei voll auf Deutschland ein











Von Heinz Gstrein

Das Dienstag-Treffen zwischen den Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und
Donald Trump hatten die türkischen Medien im voraus als „historisch“ gewertet. Der eigene Staatschef werde im Weißen Haus harte Forderungen nach Einstellung der amerikanischen Unterstützung für die syrischen Kurden und die Auslieferung seines Rundum-Sündenbocks Fethullah Gülen vorbringen.

Das dürfte Erdogan auch versucht haben. Trump jedoch stellte sich taub und antwortete mit Gemeinplätzen und antiquierten Ladenhütern wie „gemeinsamer Kampf für den Frieden und gegen den Terror“ oder dem verstaubten Hinweis auf die „US-türkische Waffenbruderschaft im Koreakrieg von Anfang 1950“.




Als kleinen Gewinn kann der Türke immerhin mit nach Hause nehmen, dass ihn die Supergroßmacht bei seiner weiteren inneren Machtausbreitung nicht belästigen wird. Ob Erdogan für das ihm von Trump abgenötigte Stillhalten in Syrien freie Hand im Irak zugestanden erhielt, wird sich erst zeigen müssen. Ankara sind schon längst die Etappenlager der eigenen kurdischen PKK-Separatisten im irakischen Sindschar-Gebirge nordwestlich von Mossul ein Dorn im Auge. Ein Sprung der türkischen Streitkräfte bis dorthin würde aber nicht nur Bagdad, sondern vor allem dessen Hintermacht Iran provozieren.

Erdogan jedenfalls kann für sich verbuchen, dass Trump die
Entdemokratisierung und Menschenrechtsverachtung in der Türkei unter den Tisch fallen ließ. Allerdings hat der blutige Ausfall türkischer Botschaftswächter in Washington auf kurdische Demonstranten außerhalb des exterritorialen Gebiets der ganzen Welt vor Augen geführt, wie das Regime von Ankara jede Kritik gnadlos niederzuknüppeln versteht.

Darauf hat Fethullah Gülen die bisherige Zurückhaltung aufgegeben. Aus seinem Exil im nahen Pennsylvania rief er USA und NATO auf, in der Türkei gegen den Abbau aller Grundrechte und –freiheiten zu
intervenieren, ehe es zu spät ist. Dieser Appell wird kaum Gehör
finden. Der Reformmuslim hat sich aber damit als Vordenker der
gesamten Anti-Erdogan-Opposition legitimiert.

Noch war der bei Trump abgeblitzte Erdogan nicht zurück in Ankara, hat dort Regierungschef Binali Yilridim (Donnerblitz) seinen Namen mit einem anti-deutschen Gewitter unter Beweis gestellt: Berlin müsse sich zwischen der Türkei und den anti-türkischen Terroristen aus den Reihen von Kurden und „Gülenisten“ entscheiden. Die Bundesrepublik gewähre beiden Gruppen Asyl und gestatte ihnen politische Aktivitäten in Deutschland. Yildirim, der in letzter Zeit schon öfter gegen die Deutschen gewettert hatte, bezog sich diesmal auf neueste Meldungen von der „Fahnenflucht“ zweier türkischer Generäle am Flughafen Frankfurt. Beobachter am Bosporus bringen die sich intensivierende Deutschland-Schelte jedoch mit dem mageren Ausgang von Erdogans US-Besuch in Verbindung: Angesichts der fortan getrennten, aber nicht
verfeindeten Wege von Washington und Ankara brauche des Regime in Ankara einen anderen Prügelknaben als die Trump-Administration und glaubt, diesen in der Regierung Merkel gefunden zu haben.

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