Πέμπτη, 25 Μαΐου 2017

Orthodoxe Gender-Debatte in Griechenland








Heinz Gstrein                                     

Korfu. In Griechenland intensiviert sich zusehends die in den orthodoxen Kirchen verspätetet angelaufene Auseinandersetzung mit der Gender-Lehre. Dabei stand zunächst die Aufnahme der Theorie von der freien Geschlechtswahl anstelle ihrer Naturgegebenheit in den Lehrplan der Pflichtschulen im Mittelpunkt. Doch verhärtet sich nun der kirchliche Widerstand gegen die Abschaffung der Exklusivität von „männlich“ oder „weiblich“ bzw. „Vater“ und „Mutter“ in den öffentlichen Registern und Urkunden.




Die orthodoxe Metropolis von Korfu (Kerkyra) veranstaltete dazu Mitte Mai einen weit beachteten Informationsabend unter dem Motto „Neigung und Laster“. Der Autor des gleichnamigen Buches, der spätberufene Psychiater und heutige Seelsorger Erzpriester Vasssileios Thermos, wies eingehend auf eine „nicht mehr wegzuleugnende Tatsache“ hin: Immer mehr gläubige Christen halten die Existenz von mehr als zwei Geschlechtern und damit die Berechtigung anderer sexueller Beziehungen als zwischen Frau und Mann einfach für „modern und fortschrittlich“. Sie sind sich dabei der Unvereinbarkeit dieser Ansichten mit dem Welt- und Menschenbild des Evangeliums nicht bewusst. Die Gender-Lehre führe dazu, in der Bibel und der gesamten kirchlichen Tradition verurteilten Praktiken nicht nur zu dulden, sondern sie sogar als „beispielhaft für eine neue Gesellschaft“ zu propagieren. Gleichgeschlechtliche Neigungen habe es immer gegeben. Es sei die Aufgabe einer ebenso menschenfreundlichen wie verantwortungsvollen Pastoral, jene vor ihrem Ausarten ins Lasterhafte zu bewahren. Im heute linkssozialistisch-antiklerikal regierten Griechenland, das die Gender-Vorgaben aus Brüssel rücksichtsloser als die ebenfalls orthodoxen EU-Staaten Bulgarien, Rumänien und Zypern umsetzt, seien aber noch die meisten Seelsorger damit eindeutig überfordert, zog Thermos Bilanz.

Andererseits hat die Gender-Debatte unter orthodoxen Theologinnen und Theologen christologische Reflexionen angestoßen, inwieweit beim menschgewordenen Jesus Christus, aber auch bei Maria Männlich- und Weiblichkeit auf einer höheren gesamtmenschlichen Ebene aufgehoben sein könnten.


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