Δευτέρα, 22 Μαΐου 2017

Kein Friedenspräsident Rohani USA und Saudis bleiben in Nahost im iranischen Visier







Von Heinz Gstrein

Ausgelassen feierte die iranische Jugend am Wochenende den durchschlagenden zweiten Wahlsieg ihres Favoriten, des Reformpräsidenten Hassan Rohani. Zwar hatte ihr sein innerer und vor allem außenpolitischer Beruhigungskurs in den vier Jahren der ersten Amtszeit noch kaum materielle Vorteile, nicht einmal spürbare berufliche Chancen gebracht: Immerhin liegt Irans Jugendarbeitslosigkeit bei 27%.

Was aber zählte, war der Hauch von Freiheit, den der sympathische schiitische Geistliche der immer noch tonangebenden, verkalkten Politklerisei abringen konnte. Dank Rohani ist die Islamische Republik freundlicher, sogar zukunftsbewegter geworden: Immerhin ist wenigstens die Inflation dank Rohanis Einlenken im Atomstreit mit dem Westen seitdem von 40% auf unter 10% gesunken. Zeichen eines Ausbruch aus der bisherigen Enge waren bei vielen Jublerinnen ihre nach hinten gerutschten Tschador-Kopftücher, die oft sogar als Halstuch zusammengerollt waren. Früher w$re sofort die Sittenpolizei der islamischen Revolutionswächter auf den Plan getreten, wenn auch nur eine Locke unter der Verhüllung hervorgeguckt hätte. Schiitinnen dürfen nämlich das Gesicht, nicht jedoch ihre Haarpracht zeigen.



Dem harten Flügel der Ayatollahs um den obersten Machthaber Ali Khamenei hat es wenig gebracht, in Teherans dürftiger Unterstadt, beim verarmten Kleinbürgertum der anderen größeren Zentren und vor allem auf dem rückständigen Land die Analphabeten, Arbeitslosen oder auch nur Herumlungerer gegen den „sozialen Versager“ Rohani zu mobilisieren. Zur Verhinderung seiner 57%igen Mehrheit konnte auch in letzter Minute der Verzicht eines wichtigen militanten Islamisten auf die Kandidatur nichts mehr beitragen: Teherans radikaler Bürgermeister Bagher Ghalibaf wollte damit den Wunschpäsidenten Khameneis stützen, Ebrahim Raissi. Dieser unnachsichtige Islam-Jurist war aber der Jugend nicht sympathisch und den sozial Schwachen nicht glaubwürdig genug als Baumeister einer wohlhabenderen Zukunft.

Entscheidend für Rohanis kaum in diesem Ausmaß erwarteten Sieg dürfte jedoch die Zufriedenheit des mächtigen „Pasdaran“ mit seiner Strategie regionaler iranischer Machtentfaltung geworden sein. Jene Art schiitische Waffen-SS ist heute in Irak, Syrien, Libanon und dem Jemen präsent, seit dieser Präsident die Utopie einer islamischen Weltrevolution und damit auch die Atombastlereien seines Vorgängers Ahmadinejad aufgegeben hat. Rohanis Ziel ist es, Iran zur Führungsmacht im Mittleren und Nahen Osten zu machen. Ein Anspruch, von dem die Islamische Republik gar nicht mehr weit entfernt ist.

So haben Rohani auch der mehr und mehr anti-iranische Kurs des neuen US-Präsidenten und sogar dessen frische Sanktionen über Teheran nicht geschadet. Sein Wahlsieg fiel sogar mit dem Besuch von Donald Trump in Saudi-Arabien samt dessen massiver Aufrüstung und der Anbiederung des bisherigen Muslim-Jägers im Weißen Haus an die islamische Welt zusammen. Rohanis Iran bedroht zwar nicht mehr den Weltfrieden. Im Orient wird es jedoch zur kommenden, nicht gerade prowestlichen Großmacht!

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