Δευτέρα, 15 Μαΐου 2017

Erdogan auf der Schaukel Von Sotschi nach Washington mit leerem Gepäck








 Von Heinz Gstrein



Wie ein Hans Dampf in allen Gassen ist der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hektisch rund um die Welt unterwegs. Seit seiner Ermächtigung als totalitärer Staatschef mit der ziemlich getürkten „Volksabstimmung“ vom 16. April hat er Indien, Russland, Kuwait und zuletzt China besucht. Sein Hauptanliegen dabei war die Sicherung bilateraler Handelsabkommen auf der Basis von Warenaustausch oder Zahlung in türkischen Liras.  Harte Devisen sind in der Türkei schon längst knapp, akut verschärft durch die Verhaftung der meisten Währungshändler an Istanbuls Bärse. Zwischendurch fand Erdogan noch Zeit, als nun nicht mehr überparteiliches Staatsoberhaupt wieder seiner politislamischen Partei AKP beizutreten. Ihre Führung will er am 21. Mai ganz an sich reißen.




Zuvor wird Erdogan jedoch am Dienstag bei Donald Trump im Weißen Haus vorstellig. Ganz im Geist seiner jüngsten Schaukelpolitik zwischen Ost und West. Zuvor hatte er sich Anfang Mai – zum wiederholten Mal – mit Wladimir Putin in Sotschi getroffen. Jetzt schaukelt der frischgebackene türkische Blockfreie nach Washington mit einer befrachteten Wunschliste. Die reicht von Einstellung der amerikanischen Waffenhilfe für die syrischen Kurden bis zur Auslieferung von Fethullah Gülen aus dessen US-Exil. Erdogans einstiger Cheftheologe beim Re-Islamisieren der Türkei gilt heute am Bosporus als Staatsfeind Nr. 1.

Der türkische Machthaber bringt zu Trump aber kaum Druckmittel oder lockende Angebote als Gegenleistungen bei Erfüllung seiner Anliegen mit. Mit leeren Händen tritt er vor den wenig diplomatischen Yankeedoodler. Die von Ankara aus Moskau erbetenen S-400-Raketen sind noch viel zu sehr ein Luftgeschäft, als dass die Türken einen Verzicht auf sie den Amis verhökern könnten. Als Alternative zur Niederwerfung der IS-Terrormiliz durch die US-kurdische Allianz bietet Erdogan seinen eigenen Einmarsch in Raqqa an. Die USA wollen den Türken aber nicht den ganzen Nordosten Syriens überlassen. Was Gülen betrifft, hat sich Erdogan mit Festnahme des amerikanischen Pfarrers Andrew Burson in Izmir eine Austausch-Geisel genommen. Die dürfte bei den Amerikanern aber zu wenig ins Gewicht fallen. Erdogan läuft Gefahr, sich beim Ost-West-Schaukeln zwischen allen Stühlen zu verschaukeln!

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