Πέμπτη, 4 Μαΐου 2017

Bartholomaios an der Seit von Franziskus in Ägypten Katholiken, Kopten und Griechisch-Orthodoxe als Ökumene der Märtyrer








 von Heinz Gstrein                                                       


Kairo. Nach Ägypten waren Ende April die innigen Freunde Papst Franziskus und Patriarch Bartholomaios zunächst auf Grund getrennter Einladungen zu einer „Friedenskonferenz“ am Azhar gekommen. Auch der Ökumenische Patriarch war sich bewusst, dass an dieser früher reformfreudigen, weltoffenen und zu interreligiösem Dialog bereiten höchsten sunnitischen Lehrautorität die Re-Islamisierung Ägyptens durch Präsident Anwar as-Sadat und seinen Nachfolger Mubarak sowie die Herrschaft der Muslim-Brüder 2012/13 nicht spurlos vorüber gegangen sind. Da erwies sich Al-Azhar allzu oft als Erfüllungsgehilfe für die Diskriminierung der koptischen Christen Ägyptens von oben. Sogar Terrorakte eines wachsenden politislamischen Untergrunds wurden nicht oder nur halbherzig verurteilt.



Ein Vorwurf, den die Kopten nach den blutigen Anschlägen vom letzten Palmsonntag auf Kirchen in der Delta-Stadt Tanta und in Alexandria erneut gegen den derzeitigen Azhar-Großscheich Ahmed at-Tayyib erheben. Er bezeichnete die Terroristen nur als „Fehlgeleitete“ , statt klar zu betonen, dass solche Gewalttäter vom rechtgläubigen Islam verurteilt, ja völlig ausgeschlossen sind.

Eben dieser At-Tayyeb hat jetzt Papst und Patriarch nach Kairo eingeladen. Wenn aber ein Azhar, der sich nicht klar von Gewalt gegen Andersgläubigen distanziert, den Religionsfrieden einmahnt, erinnert das an die einstigen komunistischen „Friedenskonferenzen“!

Ebenso wie Franziskus als Abschlussredner hat daher auch Bartholomaios in seiner Eröffnungsbotschaft unterstrichen, dass ein geordnetes, friedliches Miteinander von Muslimen, Christen und Juden – wenn auch für diese beiden in untergeordneter Position – beste Tradition islamischer Reiche unter arabischen Kalifen und dem osmanischen Sultan war. Gegen Andersgläubige gewalttätige Terrorbanden dürften sich daher heute nicht als „wahre“ Muslime ausgeben!

Hand in Hand standen dann Papst und Patriarch mit dem koptischen Papst-Patriarchen Tawadros II. außer Konferenzprogramm an der noch immer blutgetränkten „Mauer der Märtyrer“ von der Peter-Pauls-Kirche. Dort hatten im letzten Advent IS-Selbstmordbomber 30 Gläubige ermordet und noch mehr meist schwer verletzt. Alle drei Kirchenführer beschworen eine „Ökumene unserer Blutzeugen“. Vom Azhar fand sich trotz aller vorausgegangenen Lippenbekenntnisse auf der Friedenstagung niemand ein...

Ihren Abschluss fand diese Ägyptenreise des Ökumenischen Patriarchen mit einem Besuch im griechisch-orthodoxen Georgs-Kloster von Alt-Kairo. Dort soll nach einer Überlieferung Hagios Georgios während der diokletianischen Christenverfolgung als Märtyrer gestorben sein. Historisch belegt ist jedenfalls, dass Reliquien des Soldatenheiligen zur Zeit der alexandrinischen Patriarchen Nikolaos II. (griechisch, 1263-1276) bzw. Gabriel III. (koptisch, 1268-1271) an dieser Stätte verehrt wurden.

Unter dem arabischen Namen Al-Chader (der Grüne) wird dort Georg auch von vielen Muslimen als Helfer in ihren Nöten angerufen. Bartholomaios I. entzündete vor der Ikone des Heiligen eine große Kerze und betete für ein friedliches Zusammenleben von Christen und Muslimen. In seiner Ansprache erinnerte er daran, dass sein eigener Taufname Georgios war und die Patriarchenkirche im Phanar ebenfalls dem hl. Georg geweiht ist. Zu seinem Amtsbruder Theodoros II. von Alexandria und ganz Afrika gewandt verwies der Ökumenische Patriarch auf weitere Gemeinsamkeiten: Beide Kirchen zählten heute in der Türkei wie in Ägypten nur mehr wenige Tausend Griechisch-Orthodoxe. Wie sich aber Konstantinopel auf eine bedeutende Diaspora in Nordamerika, Mittel- und Westeuropa stützen kann, so liegt Alexandrias Stärke und Zukunft bei seiner aufblühenden Mission in Schwarzafrika.


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