Τετάρτη, 5 Απριλίου 2017

Lehrstück für Ausweg aus der Krisendepression: Wiener Neuinszenierung der „Kyries tis Avlis“ von Dimitris Giannoukakis






Bild: Christina Karagiannis


von Heinz Gstrein

Am 2. April hatte im Wiener „Theater Brett“ wieder ein Stück aus Griechenland Premiere: „Oi Kyries tis Avlis“ (Die Damen vom Hof). Das Österreichisch-Griechische Ensemble „.zur Sonne“ eröffnete damit seine Frühjahrsspielzeit 2017 und erzielte den spürbar größten Erfolg seines sechsjährigen Bestehens. Das lag zunächst einmal an der Komödie selbst, einer der bekanntesten aus dem reichen Schaffen des Athener Bühnenautors Dimitris Giannoukakis (1899-1974). Die „Damen vom Hof“ sind keineswegs „Hofdamen“, sondern Frauen im Hinterhof eines Armleute-Viertels der griechischen Hauptstadt: Eine Tänzerin, die um die Hausherrin herumtanzt, um die Stundung ihrer Miete zu verlängern – einen düstere, unzugängliche Frau, die jahrelang auf die Rückkehr ihres Mannes wartet oder eine gescheiterte Musikgruppe, die vergeblich um ihren Durchbruchserfolg ringt. Die Misere dieses Hofes ist im Athen der frühen sechziger Jahre angesiedelt. Sie wird aber wieder für die Verarmung im heutigen Griechenland der Finanz-, Wirtschafts- und Sozislkrise typisch. Damit mag zum Teil die begeisterte Aufnahme dieser Neuinszenierung durch Wiens Griechen- und Griechenfreunde zusammenhängen. Sodann hängt die Anziehungskraft dieser zunächst tragischen Komödie damit zusammen, dass sie sich nicht im Elends-Fabulieren und Lamentieren erschöpft, sondern einen Ausweg zur zumindest innerlichen Überwindung der Verzweiflung aufzeigt. Verköroert in der Person des unerschütterlich humorvollen und optimistischen Pipis. Im Gegensatz zu allen anderen beschwert er sich nicht und beugt sich ebenso wenig vor dem dürftigen Schicksal im Hinterhof. Schließlich gelingt es ihm, das triste Loch in eine fröhliche Bude mit lachenden, nicht mehr wehleidigen Menschen zu verwandeln.

Die Regie von Theodoros Limitsios hat diese Doppelbödigkeit des Lachens unter Tränen fesselnd herausgearbeitet. Er selbst spielt auch  den Pipis, eine Rolle, die ihm auf den Leib geschrieben ist. An seiner Seite bietet das ganze Ensemble, ohne hier auf die einzelnen Namen eingehen zu können, eine hervorragende Gesamtleistung. Erwähnt seien aber die zu den verschiedenen Charakteren passend maßgeschneiderten Kostüme und das gerade in seiner Einfachheit atmosphärische Bühnenbild von Alexandra Karakopoulou-Zisser.




Bild: Christina Karagiannis





                  


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