Δευτέρα, 10 Απριλίου 2017

Blutiger Palmsonntag am Nil Islamisten-Terror bleibt gefährlicher als Präsident Assad











Von Heinz Gstrein

In Ägypten haben am Palmsonntag Bomben in festtäglich voll gedrängten
Kirchen Dutzende Menschen zerrissen und noch mehr verletzt und
verstümmelt. Die schrecklichsten Bilder kommen aus Tanta, dem Zentrum
der ägyptischen Baumwollplantagen und Textilindustrie im Nildelta.
Einer Stadt, wo koptische Christen und Muslime lang friedlich
zusammenlebten. Die islamische Szene dominierte eine recht tolerante
Derwischbruderschaft, die Badauwia. Am Grabmal ihres Gründers fand
jährlich im Herbst ein „Muled“, ein Volksfest statt, an dem sich auch
die Kopten fröhlich beteiligten. Doch in den letzten Jahren haben
Terrormilizen die frommen Derwische unterwandert, zuletzt hat aus
Syrien der „Islamische Staat“ eine straffe Führung des
Islamistenuntergrunds an sich gerissen.

Nach kleineren Zwischenfällen explodierten nun in der koptischen
Bischofskirche Mari Girgis mehrere Bomben bzw. Selbstmordbomber. Das
Blut spritzte bis in die Kuppel hinauf. Die letzten Angaben des
koptischen Informationsdienstes „Morkossia“ sprechen von inzwischen 50
Toten und über hundert Verletzten. Ein zweiter Anschlag auf die
Patriarchen Kathedrale zum hl. Markus im Manscheia-Viertel von
Alexandria lief glimpflicher ab: Doch immerhin zwölf Tote und 20
Verwundete. Der Selbstmordattentär konnte an der Kirchentür
aufgrhalten werden, wortauf er sich in die Luft sprengte. Drinnen in
der Kathedrale verteilte Kopten-Patriarch Tawaddros II. gerade an die
Gläubigen Palem für die bevorstehende Prozession. Auf ihn hatte es der
Islamist gewiss besonders abgesehen. Ein weitereBomber konnte
rechtzeitig entwaffnet werden, als er zum gegenüberliehenden
griechisch-orthodoxen Patriarchat unterwegs war. Auch dort war
offenkundig Theodoros II. von Alexandria, das Ziel des Anschlags. Er
hielt sofort einen Dankgottesdeinst für seine Erretttung ab, bei dem
auch für die Bewahrung des ägyptischen Volkes vpr weiteren Bluttaten
verblendeter Muslim-Fanatiker gebetet wurde. Bei Gelingen aller
Attentate wären die Opfer in Ägypten hinter jenen der syrischen
Giftgastragödie vor drei Tagen nicht zurückgeblieben.

Die koptische Zeitung „Watani“ (Mein Heimatland) wirft daher schon die
Frage aus, ob die neueste Einschätzung des islamischen Terrors als im
Vergleich mit dem Assad-Regime kleineres Übel wirklich zutrifft. Die
Christenmorde in Ägypten seien noch dazu unmittelbar vor dem
nachösterlichen Besuch von Papst Franziskus am Nil erfolgt. Jenem
Bischof von Rom, den eben erst der türkische Präsident Erdogan als
„Anführer einer Allianz von Kreuzfahrern“ beschimpft hat.

Aus der Türkei stammen aber auch die Hauptvorwürfe gegen Baschar
al-Assad als Urheber der Wolke von Nervengas im syrischen Städtchen
Chan Sulchan: Radaraufzeichnungen von Erdogans Luftabwehr und
Zeugenaussagen von in Spitälern der Südtürkei behandelten
Giftgasopfern. So weist der libanesische Nschrichten-Sender Al-Madayin
(Die Schauplätze) darauf hin, dass es auch jetzt in der Region noch
lang nicht als erwiesen gilt, die syrische Luftwaffe hätte das
Saringas regnen lassen.

Auch  jordanische Medien halten die syrisch-russische Version der
Bombardierung eines vorhandenen Chemie-Waffen-Lagers von Islamisten
für gar nicht so unglaubwürdig: Es wäre für den eben erst
international akzeptierten Assad die denkbar schlechteste Option
gewesen, ausgerechnet jetzt gegen das bedeutungslose Chan Schalchun
Nervengas einzusetzen. Das hätte nur vorher in der beim Ringen um die
heißumkämpfte Großstadt Aleppo Sinn gemacht  Jetzt bewiesen Ägypten
wie zuletzt Stockholm, dass es weiter nur einen wahren Feind gibt: Die
islamischen Terrormilizen in Nahost und ihre Einzelkämpfer weltweit.

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