Δευτέρα, 27 Μαρτίου 2017

Rastlos rasender Erdogan Gefährliche Einmischung der Türkei in Bulgarien







Von Heinz Gstrein

Ausgerechnet zu ihrem 60. Geburtstag droht der unermüdliche EU-Herausforderer Erdogan den Brüsseler Bürokraten, die Beitrittsbewerbung der Türkei endgültig aufzugeben. Die von ihm zur unwiderruflichen Ausschaltung politischer Gegner angekündigte Wiedereinführung der Todesstrafe wäre automatischer Schlussstrich unter alle Versuche, ihm so genannte „Europäische Standards“ aufzuzwingen. So tönte Vielredner Erdogan am Samstag, sonntags gab er gleich wieder eine andere Anti-EU-Version zum Besten: Er könne sein Volk nach der Bestätigung als Alleinherrscher am 16. April zu einem weiteren Referendum für oder gegen die Europäische Union aufrufen. Dessen Ausgang mit Nein weiß sich Erdogan bei seinen Methoden ebenso sicher wie eines – jedenfalls so ausgezählten – Ja zu seiner Ermächtigung als Raiss-Staatschef.

Inzwischen läuft die Propaganda für dieses Ja auf vollen Touren, nimmt immer groteskere Formen an. In den Moscheen der Stadt Nevsehir wurden nach dem Freitagsgebet Zuckerln verteilt, die auf der Innenseite ihres bunten Papiers mit „Evet“ (Ja) bedruckt waren.

Die zunächst so hektisch angelaufene Abstimmungswerbung unter den EU-Türken wurde inzwischen nach  - mit Ausnahme von Frankreich - einmütigen europäischen Auftrittsverboten für Erdogan-Knechte und – Dirnen heruntergeschraubt. Umso mehr empört sich das Regime von Ankara über Kundgebungen türkischer Oppositioneller, die nur im Ausland frei ihr Nein zu Erdogans Machtgelüsten vertreten können. Sein Zorn richtet sich zuletzt auch gegen die Schweiz, wo am Samstag bei einem Protestzug von Sozialdemokraten und Grünen ein großflächiges Plakat mit einer auf den „Raiss“ gerichteten Pistole mitgetragen wurde. Er selbst interpretierte das als Aufruf zu seiner Ermordung. Die Abbildung wollte ihn hingegen als wirren „Kopfschüssler“ darstellen. Tatsächlich macht der türkische Krakeeler vom Dienst zunehmend einen gestörten und auch physisch verfallenden Eindruck.

Sogar in die bulgarischen Parlamentswahlen vom Sonntag versuchte sich Erdogan in seiner Sendungsmanie als großtürkischer Führer einzumischen. Als Bulgarien noch beim Sultan war, wanderten dort Türken ein, wurden Tataren von der Krim angesiedelt und südslawische Pomaken für den Islam gewonnen. Zusammen machen sie heute noch zehn Prozent der Bevölkerung aus. Ihre Interessenvertretung DPS unter Ahmet Dogan wurde zuletzt sogar drittstärkste Partei Bulgariens. Sie ließ sich aber nicht auf Erdogan-Kurs gleichschalten, weshalb Ankara die ferngesteuerte Gegenpartei DOST gründete. Zur Wahlhilfe für sie am 26. März wurden Agitatoren in die Hochburg der Bulgarientürken nach Schumen geschleust, dort jedoch verhaftet und ausgewiesen. Erdogan schäumte vor Wut, die sich noch steigerte, als am Wochenende von den Bulgaren Autobusse mit Doppelstaatsbürgern aus der Türkei an der Grenze festgenagelt wurden. Jetzt liegt die Gefahr bei Bulgarien darin, dass für Sofia – wie auch Nikosia und Athen - Erdogan im Unterschied zu den anderen EU-Staaten kein ferner kranker Mann am Bosporus, sondern bedrohlicher Nachbar ist.

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