Τετάρτη, 15 Μαρτίου 2017

Orangenschlachten und Tulpendiebe Am Bosporus jetzt Holländer an allem schuld






Von Heinz Gstrein

In den Basaren von Istanbul werden Orangen geschlachtet. Sie haben die Farbe des niederländischen Königshauses der Oranier. Das wissen zwar nur wenige Türken, die mit langen Messern, Dolchen und sogar Krummsäbeln auf die Früchte einhacken. Umso besser kennen sie vom Fußball die orangen Farben der holländischen Nationalelf Oranje. Daher tobt sich die Volkswut nach der Ausladung bzw. Ausschafffung türkischer Regierungsmitglieder durch die Holländer an den unschuldigen Apfelsinen aus. Ihren Saft schlürft der Mob gierig als „Blut der Niederländer“. Gut, dass es von denen am Bosporus keine Straßen-Geschäfte, Büros und Firmenvertretungen gibt. Die wenigen Holländer in der Stadt halten sich an den Rat ihres Generalkonsuls und bleiben daheim, Touristen in ihren Hotels. Niederländische Schiffe im Hafen sind auf sichere Distanz von der Reede gegangen.

TV und Zeitungen erinnern daran, dass die Niederländer seit altersher Feinde der Türken waren. So hatte vor 400 Jahren Aontoine Léger, Geistlicher ihrer Konstantinopler Gesandtschaft, versucht, eine Allianz zwischen abendlänischen Reformierten und den griechisch-orthodoxen Untertanen des Sultans zu schmieden. Er konnte dafür sogar deren Patriarchen Kyrillos Lukaris gewinnen. Als die Sache aufkam, entwischte der Pastor nach Leyden. Der Patriarch hingegen wurde von Janitscharen erwürgt und im Bosporus versenkt.

Vor allem haben die Türken den Holländern ihren „Tulpenraub“ Mitte des 16. Jahrhunderts nie verziehen. Bis dahin waren nicht wiie heute die Niederlande das Tulpenland schlechthin, sondern die Türkei. Die turbanförmigen „Tülband“ – davon der Name Tulpe – stammten aus Persien. Sie wurden in den Palast- und Haremsgärten der Sultane gezüchtet und mit eifersüchtiger Exklusivität bewacht. Bis 1560 auf einmal Tulpen in Holland audftauchten. Die damalige Empörung der Türken über die „Tulpendiebe“ war noch größer als heute wegen der Ministerbrüskierungen. Seitdem hat sich herausgestellt, dass es Ghislain de Busbecq, ein Gesandter des deutschen Kaisers war, der Tulpensamen beschafft und in seine belgische Heimat geschmuggelt hatte, von wo sie erst nach Holland gelangten.

Die osmanische Türkei grollte den Holländern nicht auf ewig. Als Anfang des 18. Jh. unter Sultan Ahmet III. die so genannte „Tulpenzeit“ (lale devri) anbrach, wurden sogar in den Niederlanden weiterentwickelte Tulpenarten zurückimportiert.

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