Τετάρτη, 29 Μαρτίου 2017

Nicht nur wegen des Heiligen Grabs nach Jerusalem Bartholomaios I. wollte auch im dortigen Patriarchat nach dem Rechten sehen





Von Heinz Gstrein

Jerusalem/Istanbul. Der Ökumenische Patriarch Bartholoamios I. hat seine Teilnahme an der Wiedereröfffnung der restaurierten Heilig-Grab-Kapelle (gr. Kuvuklion, lat. Ädikula) sichtlich auch dazu benützt, um am griechisch-orthodoxen Patriarchat von Jerusalem nach dem Rechten zu sehen. Dort setzt sich Patriarch Theophilos III. schon länger durch Unnachgiebigkeit in einem Jurisdiktionsstreit mit dem Nachbarpatriarchat von Antiochia und die Behandlung seines Vorgängers Irinaios I. gesamtorthodoxer Kritik aus. Diese wurde aber bis zuletzt zurückgehalten, um den Abschluss der Wiederherstellung des Heiligen Grabes nicht durch eine Schwächung des orthodoxen Patriarchats Jerusalem zu gefährden, das sich mit meist rivalisierenden römischen Katholiken und Armeniern in diese heiligste Stätte der Christenheit teilt.

Der Konflikt mit den Antiochenern wurde von Theophilos schon 2013 mit der Weihe eines Jerusalemer Erzbischofs für das Golfemirat Katar provoziert, das seit altersher in deren Zuständigkeit liegt. Bei der vorislamischen, weitreichenden Christianisierung der Arabischen Halbinsel bis weiter nach Indien und Ostafrika war die Mission so gut wie ausschließlich von Antiochia ausgegangen. Alle Vermittlungsversuche der Patriarchen von Konstantinopel und Alexandria sowie des Erzbischofs von Zypern scheiterten aber an der Unnachgiebigkeit Jerusalems. Das hatte 2016 sogar das Fernbleiben des antiochenischen Patriarchen Johannes X. vom orthodoxen Konzil auf Kreta zur Folge.

Inzwischen hat Theophilos III. auch in der zum Ökumenischen Patriarchat gehörenden orthodoxen Diaspora der USA ein eigenes Bistum für christliche Palästina-Araber gefordert, die vor ihrer Auswanderung in der Heimat Jerusalem unterstellt waren. Bartholomaios I. entspricht nun diesem Wunsch teilweise mit Errichtung eines „Vikariates palästinsischer und jordanischer Gemeinden“ mit Sitz im kalifornischen Sacramento. Allerdings nur im Rahmen der Konstantinopler Erzdiözese von Nord- und Südamerika und mit der Auflage, dass sein Jerusalemer Amtsbruder auch das Erzbistum Katar für christliche Palästinaflüchtlinge am Golf auf den Status eines Vikariats zurücknimmt. Dieses soll kirchenrechtlich ins Patriarchat Antiochia reintegriert werden, in allen praktischen Fragen jedoch Jerussalem zuständig bleiben. Nach Informationen aus Jerusalem und Konstantinopel ist Bartholomaios I. damit jedoch bei Theophilos III. auf taube Ohren gestoßen.

Kreise des Phanars kalkulieren jetzt sogar die Möglichkeit ein, dass im Fall einer definitiven Zurückweisung dieses „letzten Angebots“ durch Theophilos III. seine Tage als Patriarch von Jerusalem gezählt sein könnten. Sie verweisen auf die unmissverständliche Begegnung des Ökumenischen Patriarchen gleich nach seinem Eintreffen in Jerusalem mit dessen Vorgänger Irinaios I. (2001-2005). Dieser wird seit zwölf Jahren im Patriarchat hinter Gittern in Klosterhaft gehalten, obwohl auch abgesetzten Patriarchen eine ehrenvolle Behandlung gebührt. Außerdem hatte ihn Theophilos nur wenige Wochen nach dem Patriarchenwechsel zum einfachen Mönch degradiert. Bartholomaios bestand jetzt darauf, dass Irenaios bei ihrem Treffen in einem unvergitterten Sprechzimmer wieder seine bischöflichen Insignien tragen durfte.

In dem nach der Rückkehr von Bartholomaios aus Jerusalem am 27. März im Phanar veröffentlichten Kommunique wird sein Gespräch mit Altpatriarch Irinaios I. als „brüderlich und herzlich“ bezeichnet. Beobachter sehen darin einen Wink mit dem Zaunpfahl für Theophilos III., seine unnachgiebige, die Orthodoxie spaltende Haltung in der Katar-Frage aufzugeben, weil ihn sonst selbst das Schicksal von Irinaios ereilen könnte.

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