Τρίτη, 21 Μαρτίου 2017

Erdogans getürkte Propaganda Merkel möchte für Türken KZ’s mit Krematorien





Von Heinz Gstrein

Ankaras Machthaber Recep Tayyip Erdogan hat sich diese Woche in bisher
unerhörte Beschuldigungen und Verdächtigungen von Angela Merkel
hineingesteigert: Ausgerechnet auf einer Istanbuler Veranstaltung
unter dem Motto „Dünyayi iyilik degistirecek“ (Güte wird die Welt
verwandeln) warf er der Kanzlerin im Umgang mit den
Deutschländer-Türken NS-Praktiken vor; „Du wendest auch gerade
Nazi-Methoden an. Bei wem? Bei meinen türkischen Geschwistern in
Deutschland, bei meinen Minister- Geschwistern, bei meinen
Abgeordneten-Geschwistern, die dorthin reisen“ attackierte er Merkel
in Zusammenhang mit dem Verbot von Werbeveranstaltungen auf deutschem
Boden für ein „Ja“ beim Referendum am 16. April zu Erdogans
unumschränkter Herrschaft. Er verdächtigte die Bundeskanzlerin und
andere EU-Politiker, sogar Konzentrationslager mit Krematorien
einzurichten, „wenn sie sich das nur getrauten“. Blumige
Ausdrucksweise ist bei Orientalen nichts Seltenes, doch nun hat
Erdogan den Bogen überspannt..Diplomaten in der Türkei äußern erstmals
ernsthafte Zweifel an seinem Geisteszustand.

Schon zuvor hatte Erdogan den Jahrestag der Dardanellenschlacht vom
März 1915 zu Nazi-Verleumdungen gegen Berlin missbraucht. Als wäre
dieser türkische Sieg von Gallipoli ohne Militärhilfe durch die Kaiser
Wilhelm II. und Franz Joseph sowie den genialen preußischen Marschall
Liman von Sanders überhaupt möglich geworden.Von Sanders war es auch,
der die Armenier in Smyrna vor dem Genozid durch die Jungstürken
gerettet hat. Und in Palästina bewahrte General Erich von Falkenhayn
1917 die schon damals dort eingewanderten Juden vor dem ihnen von den
Türken zugedachten Schicksal der Armenier.

Gülenisten-Putsch eine Zwecklüge

Aber mit Fakten nimmt es Erdogan eben nicht genau. Das gilt auch für
seine Unterstellung, die Islam-Reformer um Fethullah Gülen seien für
den Umsturzversuch vom Juli 2016 verantwortlich. Wie aus neuesten
Erkenntnissen des Bundesnachrichtendienstes BND hervorgeht, hat Gülens
Organisation Hizmet (Dienst) weder den Militärputsch angezettelt noch
handelt es sich bei ihr um eine Terrorbande. Unter diesem Vorwurf
werden aber in Erdogans Türkei seit Monaten Zehntausende eingekerkert,
gefoltert oder zumindest um ihre Anstellung gebracht. Jetzt fordert
Erdogan für sie sogar die Todesstrafe. Das könnte auch den in Istanbul
eingekerkerten Welt-Korrespondenten Deniz Yücel betreffen. Ihm
unterstellt Erdogan persönlich, „Terrorgehilfe“ der Gülenisten zu
sein.  Doch laut BND sind diese eine unpolitische Bildungsbewegung.
Aber Bildung ist allen primitiven Ignoranten suspekt...

Inzwischen geht Erdogans Privatkrieg mit den Niederländern weiter.
Zumindest, soweit sie sich in seiner Hand befinden. Holländische Kühe
werden in ihre Heimat zurückgeschickt. Ebenso ergeht es Dick Advocaat,
Coach der Istanbuler Fußballelf Fenerbahce. „Auf eigenen Wunsch“,
heißt es amtlich. Ähnlich wie der deutsche Lehrkörper einer
Partner-Schule am Bosporus die letzten Weihnachtsfeiern aus eigenem
Antrieb abgesagt haben soll, am niederländischen Generalkonsulat die
rote türkische Halbmondflagge gar nicht von eingedrungenen
Demonstranten, sondern dem Personal selbst gehisst wurde und jetzt
holländische Pensionisten als Dauerurlauber an der Sonnenküste von
Antalya ihren Abscheu vor der Regierung daheim beteuern – müssen.

Türkei als neuer Verbündeter Israels?

Geradezu schizophren entwickelt sich Erdogans Außenpolitik, seit sein
gewiefter Chefdiplomat Ahmet Davutoglu das Handtuch geworfen hat. Da
wird Freund zum Feind und umgekehrt wie es der Tagesbedarf gerade
fordert. Während die Türkei Brüssel noch immer Verschleppung der
Beitrittsgespräche vorwirft, will sie sich laut Außenminister Mevlüt
Cavusoglu an die Spitze von zwei Milliarden Muslimen im Anmarsch aufs
Abendland stellen. Putins Russland wurde in einem Jahr vom erklärten
Todfeind zum umschmeichelten Liebkind der Türken. Der letzte
Geniestreich kam, als das regime-gelenkte Hetzblatt Sabah (Morgen)
eine militärische Allianz mit Israel gegen Iran in den Raum stellte.
Zu einem Zeitpunkt, da Ankara noch zusammen mit Teheran – und Moskau –
die brüchige Waffenruhe in Syrien garantiert. Erdogan will sichtlich
bei den unter Trump wieder betont pro-israelischen USA punkten, die
ihm Ende März Staatssekretär Rex Tillerson ins Haus schicken.

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