Παρασκευή, 24 Φεβρουαρίου 2017

Vor Verbot der Heilsarmee in Georgien? Kirchlicher Hexenkessel nach Anschlag auf Patriarch Ilia II.





Der orthodoxe Patriarch von Georgien Ilia II. ist nach erfolgreicher Gallenoperation in die Heimat zurückgekehrt. Seine Behandlung in Berlin hatten Meldungen über einen dort auf ihn geplanten Giftanschlag überschattet. Nun erwarten den Oberhirten von 3,2 Millionen orthodoxen Georgiern daheim aber erst die wahren Probleme: Das Zyankali-Gerücht war nur die Spitze eines Eisberges: Die berüchtigte georgische Maffia dürfte nämlich nicht nur den Ost- und Gemüsehandel der ganzen ehemaligen Sowjetunion kontrollieren. Sie hat sich sichtlich auch in den Finanz- und Wirtschaftsstrukturen der orthodoxen Kirche eingenistet.

Dazu kommt ein immer heftiger innerkirchlicher Macht- und Richtungskampf zwischen fanatischen Scharfmachern und dem offeneren Patriarchenflügel. Die Ultra-Orthodoxen segeln auf dem Kurs des Moskauer Patriarchats gegen alles, was nicht orthodox ist: Juden und Katholiken sowie vor allem Protestanten. Georgien hatte im frühen 19. Jh. daheim missliebige „Pietisten“ aus dem alemannisch-schwäbischen Raum aufgenommen. Auf den so genannten „Ulmer Schachteln“ waren sie über Donau und Schwarzes Meer in den Kaukasus gelangt. Ihr Erbe bereitet seit dem Ende des Kommunismus im heutigen Georgien Baptisten und Pfingstgemeinden den Boden. Gegen ihre Erstarken kämpfen in den letzten 25 Jahren fanatisch orthodoxe Schlägerbanden. Ihr Anführer Pfarrer Basil Malakaschwili wurde inzwischen von Ilia II. abgesetzt, nachdem er sogar den Patriarchen stürzen wollte.

In denselben Dunstkreis gehört jetzt der Mordversuch. Der ganze Fall kam ins Rollen, als am 12. Februar am Flughafen Tbilissi Diakon Giorgi Mamaladze mit Zyankali im Koffer festgenommen wurde. Er war auf einen Flug nach Berlin gebucht. Der Kleriker ist trotz seines niedrigen geistlichen Ranges eine Schlüsselfigur in der kirchlichen Vermögensverwaltung. Er steht den extrem orthodoxen „Protestantenjägern“ nahe.

In die Affäre scheinen in Tbilissi höchste Kreise verwickelt zu sein. Die Malakadchwili-Leute sitzen nämlich heute mit in der Kirchenführung. Im Zentrum ihrer aktuellen Anfeindungen steht neben Baptisten und Pfingstchristen gegenwärtig die Heilsarmee. Ungeachtet ihrer nur wenigen hundert georgischen „Salutisten“ konnte sie zu den georgischen Weihnachten im Januar 2017 eine gelungene Hilfsaktion für arme Kinder durchführen. Diese fand in den Medien grosse, positive Beachtung. Umso erboster reagieren seitdem die Ultraorthodoxen. Sie erheben den Vorwurf, dass mit den Weihnachtsgaben unschuldigen Kleinen das „Gift des Protestantismus“ eingeflösst wurde. Die radikalen Orthodoxen fordern jetzt vom heimgekehrten Patriarchen Ilia, beim Staat das Verbot der Heilsarmee zu erwirken.

Auch Baptistenbischof Malchas Songulaschwili verbigt seine Besorgnis nicht. Eben erst wurde er international mit dem „Shahbaz Bhatti Friedenspreis“ ausgezeichnet, der nach dem 2011 von Muslimen ermordeten pakistanischen Christen und Minister benannt ist. Ausgezeichnet für seine diakonische Arbeit unter bedürftigen Menschen jedes Glaubens in Georgien. Gerade die ist aber den Ultraorthodoxen ein Dorn im Aug.

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