Δευτέρα, 13 Φεβρουαρίου 2017

Syrien und Nahost in voller Bewegung Annäherung Trump-Putin kommt besonders Türkei zugut






Von Heinz Gstrein

In Nahost sieht diese neue Woche nichts mehr so aus wie es in der alten war. Das überraschende Zusammengehen der Türkei mit Russland und Iran im syrischen Bürgerkrieg zum amerikanischen Präsidentenwechsel drohte die Gefahr eines frischen Ost-Westkonfliktes im Orient heraufzuführen. Umso mehr, als die junge Achse Ankara-Moskau sogar den russischen Angriff auf türkische Truppen im nördlichen Syrien überdauern konnte. 2015 hatte der Abschuss eines Kampfbombers der Türken über dem syrischen Grenzland mehrmonatige Eiszeit zwischen den Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und Vladimir Putin ausgelöst. Diesmal akzeptierte Ankara sofort die Moskauer Entschuldigung. Der Kreml verband sie mit grünem Licht für freie Hand der Türkei und ihrer syrischen Verbündeten zur Einnahme des von der Terrormiliz Islamischer Staat zäh gehaltenen Al-Bab westlich vom Euphrat. Bis dahin hatten auch Truppen des Assad-Regimes versucht, sich als erste in den Besitz dieser für den weiteren Vormarsch auf Syriens IS-Hochburg Rakka wichtigen Stadt zu setzen. Die Regierungsverbände waren am Samstag 1,5 km nah herangekommen. Der Kreml hat sie jedoch zurückgepfiffen. Und am Sonntag rückte die „Freie Syrische Armee“ mit türkischer Luft-, Artillerie- und Panzerhilfe bis ins Zentrum von A-Bab vor.

Damit spielt Erdogans Türkei – unabhängig von ihrer innenpolitischen Problematik  – in der Region wieder die ihr gebührende Rolle. Niemand zweifelt mehr daran, dass die Türken bald auch bis Rakka vorrücken, wie es Erdogan sonntags in Aussicht gestellt hat. Der Islamische Staat wird dann nur mehr Wüstengebiete kontrollieren. Der Rückzug in seine Kalifenhauptstadt Mossul ist ihm verwehrt, da die Großstadt am Tigris selbst vor dem Fall steht. Ankara wäre natürlich Mossul viel lieber als das provinzielle Rakka gewesen. Das erst recht, da die Türkei nie auf die Stadt und ihre umliegenden Ölfelder verzichtet hatte. Nicht einmal im Frieden von Lausanne 1923, den Erdogan neuerdings in seiner Gesamtheit in Frage stellt. Doch auch die Kontrolle von Syriens Nordosten ist für die Türken kein schlechter Preis zur Krönung ihrer lang unergiebigen Rolle in dem Gebiet, das bis nach dem Ersten Weltkrieg rund 400 Jahre die Osmanen-Sultane regiert hatten.

Die Rückkehr der Türken nach Syrien geht natürlich auf Kosten der Kurden, die sich genau dort aus der Konkursmasse von Baschar al-Assad zu beiden Seiten des mittleren Euphrats ein autonomes West-Kurdistan nach dem östlicheren Vorbild im Irak herauszuschneiden oder gar einen unabhängigen Staat zu errichten hofften.

Die viel größere Gefahr des gemeinsamen türkisch-russischen Vorpreschens in Syrien war jedoch ein Aufeinanderprallen der beiden Supergroßmächte USA und Russland. Unter Präsident Barack Obama waren die Kurden Hauptverbündete der Amerikaner gegen den Islamischen Staat. Auch Donald Trump schien zunächst in diese Richtung zu tendieren, kam aber rasch zur Überzeugung, dass er sein globales Konzept der Annäherung an Moskau – und damit an Ankara – nicht vordergründigen US-Interessen in Syrien opfern, sehr wohl aber die bisherigen kurdischen Freunde zum Bauernopfer bringen sollte. Das Ergebnis davon war sein Telefonat mit Erdogan letzte Woche. Es hat jedenfalls bei diesem Hoffnungen auf seine strategische und politische Aufwertung durch den neuen Hausherrn im Weißen Haus sowie sogar auf eine Auslieferung des zum Todfeind der Türkei erklärten Fethullah Gülen durch die USA geweckt. Jedenfalls soll der Begründer einer lang in Ankara geschätzten, doch dann als staatsgefährlich enttarnten Muslim-Organisation als erster Schritt in seinem Exil unter amerikanische Polizeiaufsicht gestellt werden.

Inzwischen hat auch der frischgebackene CIA-Chef Mike Pompeo zuallererst die Türkei besucht und die dort unter Obama gestörten, ja fast abgerissenen Kontakte wieder fest zusammengeknüpft. Von Ankara flog er nach Saudi-Arabien weiter. Dort zeichnete er am Sonntag Kronprinz Muhammad Ben Nayef mit dem „George-Tenet-Preis“ für seine Verdienste im Kampf gegen den Terror aus. Das zeigt ein Festhalten der USA an ihrer traditionellen Verbundenheit mit den Saudis. Das bringt ersten Zündstoff in die frische Freundschaft mit Türken und Russen. Beide halten an der Allianz mit dem saudischen Erbfeind Iran fest. Diese soll sich gleich donnerstags auf der zweiten Syrienkonferenz im kasachischen Astana bewähren. Jedenfalls will Erdogan noch zuvor die Haltung der Saudis abklären und fliegt gleich am Montag nach Riad.

Δεν υπάρχουν σχόλια:

Δημοσίευση σχολίου