Πέμπτη, 23 Φεβρουαρίου 2017

Klare Worte zur Gender-Lehre aus der Orthodoxie.







von Heinz Gstrein                                                  

Athen. In der westlichen Welt wird seit längerem auch in den Kirchen die so genannte  „Gender-Theorie“ einer menschlichen Selbstbestimmung des eigenen Geschlechtes unabhängig von dessen natürlicher Festlegung diskutiert. Bei den orthodoxen Christen stand diese Frage bisher im Hintergrund anderer heißer Eisen wie Homosexualität, Abtreibung oder „Sterbehilfe“. Auch das jüngste ostkirchliche Konzil von Kreta im Juni 2016 hat nur von einer „vorgegebenen männlichen und weiblichen Rolle“ gesprochen, ohne „Gender-Mainstream“ beim Namen zu nennen. Jetzt aber haben in Griechenland Weisungen des Unterrichtsministerium für Gender-Unterricht an höheren Schulen die Kirche zu einer klaren und detaillierten Stellungnahme veranlasst. Weitgehend hat das Rundschreiben der Schulbehörde über „Biologisches und sozial erworbenes Geschlecht, Überwindung der geschlechtlichen Stereotypen, Kampf gegen Homo- und Transophobie“ sogar helle Empörung bei Eltern, Seelsorgern und breiten Kreisen der griechischen Lehrerschaft ausgelöst.

Das in der Orthodoxie richtungweisende Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel veröffentliche daher Mitte Februar über das ihm nahestehende Athener Kirchenportal „amen.gr“ eine ausführliche Erklärung des namhaften Jugendpsychologen Erzpriester Vassileios Thermos unter dem Titel „Einige Gedanken zu Geschlecht, Eltern, Kirche“. Er macht darin immer aggressivere und einflussreichere Homo- und Transsexuellenlobbies sowie in akademischen Kreisen das Vordringen des „Konstruktionismus“ verantwortlich: Dieser betrachtet die sexuellen und andere Persönlichkeitskompenenten weniger als natürlich vorausgesetzte, sondern sozial erworbene bzw. aufgedrängte Neigungen und Verhaltensweisen. Es gehöre daher zu den Menschenrechten, das eigene Geschlecht frei zu bestimmen bzw. es auch beliebig oft zu wechseln, auch ohne dass damit äußere Geschlechtsveränderungen verbunden sind.

Dagegen müsse nun klar gesagt werden, dass es sich dabei aus der Sicht des von Gott als Mann und Frau geschaffenen Menschen um eine der schlimmsten Irrlehren der Geschichte mit katastrophalen Folgen für Familie und Gesellschaft handelt. Tatsächlich „zwischengeschlechtliche“ Menschen sind eine – wie statistisch trotz aller Dunkelziffern klar erwiesen – verschwindende Minderheit. Bei ihnen sind Geschlechtsveränderungen auch aus orthodoxer Sicht nach gründlicher Prüfung und vorhandenen physiologischen Voraussetzungen durchaus zulässig. Bei allem, was darüber hinausgeht, handelt es sich um eine geradezu teuflische Verkehrung der göttlichen Schöpfungsordnung.

Allerdings kennt die orthodoxe Mystik auch den inneren Weg einer Überhöhung der männlichen und weiblichen Geschlechterrolle ins Übernatürliche. In einen „engelgleichen“ Zustand, wie ihn Mönche und Nonnen zu erreichen suchen. Auf diesem Gebiet könne ein wahrhaft christliches Gender-Vertändnis angesiedelt werden.


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