Τρίτη, 7 Φεβρουαρίου 2017

Griechen halten Weltrekord in Sachen „Nationalreligion“





von Heinz Gstrein                                                        

Athen. Mehr als die Hälfte aller Griechinnen und Griechen sind überzeugt, dass eine Zugehörigkeit zur orthodoxen Kirche unbedingt zu ihrem Nationalcharakter gehört: Wer nicht orthodox ist, kann kein „richtiger“ Grieche sein. In einer vom Pew Research Center in Washington angestellten Untersuchung rangiert Griechenland weltweit mit 54% „Nationalreligiösen“ vor Polen (34%) und Italien (30%), wo man katholisch sein muss, um als echtes Landeskind zu gelten. Aber auch in den USA sind 32% überzeugt, dass die Zugehörigkeit zu einer christlichen Kirche den wahren Amerikaner ausmacht. In der Bundesrepublik hingegen verknüpfen nur 11% das Deutschtum mit einer Kirchenmitgliedschaft.

Auch unter jenen Griechinnen und Griechen, die sich als „politisch links“ einordnen, vertreten 40% die unauflösliche Einheit von Nation und Orthodoxie. Nach Altersgruppen überwiegen insgesamt die über 50jährigen (65%), gefolgt von den 35-49jährigen (49%) und der Jugend (39%). Nach einer anschließend vom Athener Unterrichts- und Kultusministerium in Auftrag gegebenen Umfrage, sind die meisten Bewohner Griechenlands gläubig, ohne regelmäßig zur Kirche zu gehen. Sie beten gern und häufig, aber nicht an der Öffentlichkeit. Bibel, Dogmen und Klerus stehen sie fern. Die Wurzeln dafür sieht der Professor für vergleichende Religionswissenschaft an der Universität Athen, Marios Begzos, schon bei den alten Griechen und ihren Mysterienkulten.
Der linkssozialistische Generalsekretär im Kultusamt,  Georgios Kalantzis, hält in Griechenlands führender Zeitung „Kathimerini“ (Tagblatt) das Bekenntnis zur Orthodoxie für das wichtigste Merkmal, das alle Griechen auf der Welt verbindet. „ob sie ihren Glauben praktizieren oder nicht.“ Erst dann komme die gemeinsame Sprache, die aber von vielen Auslandsgriechen besonders im englischen Sprachraum kaum noch beherrscht wird. Andererseits gebühre der griechisch-orthodoxen Kirche mit ihren biblischen und gottesdienstlichen Texten das Hauptverdienst für die kontinuierliche Bewahrung des Griechischen vom Altertum bis in die Gegenwart. Dafür gebe es nur beim Armenischen und Aramäischen Parallelen, wobei die Leistung ebenfalls den Kirchen zu verdanken sei. Das Hebräische hingegen war schon lang eine tote bzw. Gelehrtensprache, ehe zunächst künstlich das Modernhebräische geschaffen und in Israel etabliert wurde.

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