Δευτέρα, 23 Ιανουαρίου 2017

Unter der Friedenspyramide von Astana Russen, Assad und Türkei als Vorausgewinner.








Von Heinz Gstrein

In der kasachischen Hauptstadt Astana ging es schon am Vorabend der dorthin einberufenen Syrien-Konferenz recht wirbelig zu. Sogar die horizontalen Damen haben die Tarife für ihre Liebesdienste von der Nationalwährung Tenge und dem Rubel auf Dollar umgestellt. Bei den ernsteren Vorbereitungen auf das Treffen taten sich am Sonntag die Iraner hervor. Sie versuchten noch in letzter Minute die Teilnahme der Amerikaner zu verhindern. Wenn sich die Trump-Administration schließlich doch nur durch den US-Botschafter in Kasachstan vertreten lässt, hängt das auch damit zusammen.


Überhaupt nicht nach Astana eingeladen wurden die Kurden aus Syrien. Sie sind dort die eigentlichen Gegner der Türkei. Zwar hatte US-Außenminister John Kerry noch ihre Beteiligung gefordert, sich aber nicht mehr damit durchgesetzt. Kein Wunder, dass die kurdischen YPG-Milizen zur Zeit wenig Eifer zeigen, für die Amerikaner am Euphrat gegen den „Islamischen Staat“ (IS) die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Im Unterschied zum irakischen Mossul sind diese Dschihadisten in Syrien sogar wieder auf dem Vormarsch. Aber auch die türkenhörige „Freie Syrische Armee“ verblutet bisher vergeblich an der IS-Festung Al-Bab, ursprünglich einer Siedlung von Tscherkessen-Flüchtlingen aus dem Kaukasus.

Unabhängig von den kommenden Ergebnissen für Syrien gelten die USA schon jetzt als großer Verlierer von Astana. Präsident Obama war nie besonders an Nahost interessiert und ließ vor allem nach der Wahl Trumps  die Zügel schleifen. Dieser wird es jetzt schwer haben, den politisch-militärischen Vorsprung Putins aufzuholen. Neben ihm zählen Assad und die Türkei zu den Vorausgewinnern von Astana. Dort ist ein Ende der syrischen Diktatur überhaupt kein Thema mehr. Das Regime von Damaskus hat sich das unmittelbar vor Konferenzbeginn die Defacto-Abtretung seines Mittelmeerhafens Tartus an die Russen kosten lassen. Was zeigt, dass Moskau in Nahost und am Mittelmeer die Langzeitstrategie einer klare Vorherrschaft anpeilt.

Für die Türkei bedeutet Astana die Verwandlung ihrer bis Fünf vor Zwölf erfolglosen Syrienpolitik in die Aufwertung zur wichtigsten Konfliktlöserin neben Russland. Allerdings für sie um den Preis der Akzeptierung von Assad. Seine Beseitigung war bis zuletzt erklärtes Ziel von Ankara. Seit aber Erdogan in der Türkei ein schlimmeres Unterdrückungsregime als jenes von Damaskus etabliert hat, ist er nun der Letzte, den das Verbleiben von Baschar al-Assad stören darf.

Von den Türken werden in Astana gleich 104 oppositionelle Gruppierungen bzw- Bürgerkriegsparteien vertreten. Die meisten von ihnen haben islamistische Grundsätze, ihre Unterschiede zur Terrormiliz des „Islamischen Staates“ bestehen nur in Nuancen. So etwa bei den Salafisten vom „Heer des Islam“ (Dscheiss al-Islam). Ihr Anführer Muhammad Allusch spricht in Astana für alle syrischen Assad-Gegner.

Bisher waren Befriedungsanläufe für Syrien, ob am Bosporus oder Genfer See, an den Rebellen gescheitert. Sie agierten aus einer Position der Stärke. Nach dem Fall von Aleppo stehen sie aber mit dem Rücken zur Wand. Sie müssen jetzt mit ihrer Vernichtung rechnen, wenn sie nicht einlenken. Das gibt Aussicht für einen Erfolg unter dem Wahrzeichen von Astana, der „Pyramide des Friedens und der Eintracht“.

Δεν υπάρχουν σχόλια:

Δημοσίευση σχολίου