Τρίτη, 31 Ιανουαρίου 2017

Mit Zivilcourage und unechten Taufscheinen Orthodoxe Bischöfe als Judenretter in Griechenland.






von Heinz Gstrein

Veria/Athen. Aus Anlass des Nominierens der Bulgarischen Orthodoxen
Kirche für den Friedensnobelpreis 2017 als Judenretterin vor dem
Holocaust erinnern kirchliche Kreise in Griechenland daran, dass auch
dort orthodoxe Bischöfe, Geistliche und Gläubige entscheidend dazu
beigetragen haben, griechische Juden vor der Festnahme und dem
Abtransport in die nationalsozialistischen Vernichtungslager zu
bewahren. Zwar war im von Hitlerdeutschland besetzten Griechenland
keine „Gesamtverschonung“ aller Juden möglich wie in Bulgarien, das
souveräner Verbündeter des Deutschen Reichs war. Doch gelang es der
orthodoxen Kirche, ganze Judengemeinden vor ihrer Vernichtung zu
bewahren. Der jüdische Zeitgeschichtler Jean Cohen in Athen hat die
spannenden Einzelheiten dieser Rettungsaktionen festgehalten.

Am letzten Januarwochenende 2017 ehrten Griechenlands Jüdische
Gemeinden postum den orthodoxen Klerus und den damaligen
Gendarmeriekommandanten der makedonischen Paulus-Stadt Beröa (Ngr.
Veria), ...Spyros Stavridis. An diesem zum Ökumenischen Patriarchat
Konstantinopel gehörenden Bischofssitz hatten sie im Frühjahr 1943 die
über 100 dort lebenden Juden formell getauft, ihnen rückdatierte
orthodoxe Taufscheine und in der Folge griechische Personalausweise
mit der Religionsangabe „griechisch-orthodox“ ausgestellt. So blieben
sie vor dem Abtransport nach Auschwitz oder Treblinka bewahrt.

Doch auch in der autokephalen Kirche, die Mittel- und Südgriechenland
umfasst, gab es zwei Beispiele, wo alle Juden eines Bistums gerettet
wurden: Im thessalischen Hafen Volos schickte Metropolit Joakim
Alexopoulos einige Hundert Juden zu den Partisanen auf der gebirgigen
Halbinsel Pilion, wo sie vor SS und Gestapo sicher waren. Dabei half
ihm entscheidend der deutsche Konsul Helmut Scheffel. Er war seit 1914
in dieser Funktion in Volos.

Noch spektakulärer gestaltete sich die Rettung der Juden vor
Deportation und Ermordung auf Zakynthos. Als die Deutschen im
September 1943 die Insel von den judenfreundlicheren Italienern
übernahmen, wurde von Bürgermeister Lukas Carrer eine Liste der
Bewohner mosaischen Glaubens verlangt. Der Bürgermeister wandte sich
an den Metropoliten von Zakynthos, Chrysostomos Dimitriou. Dieser
hatte in München studiert und soll sogar den jungen Hitler gekannt
haben. Chrysostomos ging mit Karrer auf die Kommandatur der „Festung
Zakynthos“. Sie meldeten sich beide als die einzigen Juden der Insel.
Die wirklichen Juden versteckten sie unter den orthodoxen
Inselbewohnern. So konnten Erfassung und Abtransport der 275 Juden von
Zakynthos bis zum deutschen Abzug im Oktober 1944 verzögert werden.
Die deutsche Wehrmacht dürfte dabei mitgeholfen oder zumindest beide
Augen zugedrückt haben.

In der griechischen Hauptstadt Athen stellte sich Erzbischof
Damaskinos Papandreou an die Spitze der Anstrengungen zur Rettung
ihrer jüdischen Einwohner. Am 23. März 1943, als in Saloniki die
Abtransporte nach Auschwitz begannen, veröffentlichte Damaskinos eine
Stellungnahme, in der er die Deportation der griechischen Juden
entschieden verurteilte. „Ich habe mein Kreuz auf mich genommen“,
erklärte er: „Ich habe zum Herrn gesprochen und mich entschlossen, so
viele jüdische Seelen zu retten wie möglich.“ Die Orthodoxe Kirche von
Griechenland verteilte darauf an Juden falsche Taufscheine. Der
städtische Polizeichef Angelos Ewert, ein Nachkomme bayerischer
Zuwanderer, die mit Griechenlands erstem König Otto von Wittelsbach
ins Land gekommen waren, versah die angeblich getauften Athener Juden
mit Personalausweisen, die ihren griechisch-orthodoxen Glauben
bestätigten.
So entgingen sie dem Zugriff von SS und Gestapo.

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